Ein Grossteil der Frauen mit Brustkrebs kann heute brusterhaltend operiert werden. Bei rund 30 Prozent der Patientinnen mit einem Mammakarzinom muss jedoch die Brust entfernt werden. Für viele Frauen bedeutet dies einen grossen Einschnitt in ihre Weiblichkeit. «Es gibt ein Leben nach dem Brustkrebs, dem sollten wir in unserer Gesellschaft nachkommen.

Für die meisten Frauen besteht die Möglichkeit zu einer Brustwiederherstellung, auch nach Teilbrustentfernung. Diese kann entweder direkt während der Brustkrebsoperation erfolgen oder zu einem späteren Zeitpunkt geplant werden», sagt Maziar Shafighi, Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie in der Praxisklinik Urania, Zürich. «Es ist wichtig, dass die Patientin bereits im Vorfeld über die verschiedenen Möglichkeiten der Brustwiederherstellung informiert wird», so Dr. Shafighi weiter.

Verschiedene Methoden

Zur Brustwiederherstellung können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen. Zum einen lässt sich die Brust aus körpereigenem Gewebe neu aufbauen. Bei dieser Methode wird das fehlende Brustgewebe durch körpereigene Haut-Muskel-Lappen aus dem grossen Rückenmuskel oder mit einem Haut-Fettlappen vom Unterbauch ersetzt.  

Die Rekonstruktion aus dem Unterbauchgewebe hat sich als häufigst angewendete Methode etabliert.  Der ästhetische Nebeneffekt ist dabei die gleichzeitige Bauchstraffung. Zum anderen können  Silikonimplantate eingesetzt werden. «Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt von der Patientin ab. Gemeinsam mit Ärzten verschiedener Fachrichtungen wird im Vorfeld geschaut, welches die individuell beste Lösung ist», sagt der ästhetische  Chirurg.

Ebenso muss individuell geschaut werden, wann der passende Zeitpunkt für die Brustwiederherstellung ist. «Dieser hängt einerseits vom Tumortyp und Tumorstadium, andererseits aber auch vom Wunsch der Patientin ab.» So würden es manche Frauen als psychisch entlastend empfinden, nach der Entfernung des Krebses mit zwei Brüsten zu erwachen.

«Es muss ästhetisch wiederhergestellt werden!»

«Wiederherstellung ist aber nicht gleich Wiederherstellung» , sagt PD Dr. Shafighi. «Der Ästhetik muss besondere Bedeutung beigemessen werden. Denn man kann heute eine Wiederherstellung so natürlich machen, dass man wenig Unterschied zur«alten» Brust sieht.» Manchmal muss jedoch die gesunde Brust für ein symmetrisches Aussehen operativ angeglichen werden.

«Dabei hilft uns die von uns routinemässig benutzte digitale 3-D-Analyse vor der Operation.» Für die Frau ist es entscheidend, dass sie sich mit ihrer neuen Brust identifizieren kann. «Dies setzt eine optimale Kommunikation zwischen Patientin und rekonstruktivem Chirurgen, aber auch Erfahrung und Können des Chirurgen voraus», betont Maziar Shafighi.

 Komplikationsrate unter fünf Prozent

Die obgenannten Operationen haben zugenommen und werden heutzutage entsprechend routinemässig durchgeführt. Die Operationen sind mit den normalen chirurgischen Komplikationen verbunden. Dies kann durch die Expertise und Erfahrung vom jeweiligen Chirurgen unter fünf Prozent gehalten werden.