Depressionsverläufe, die sich chronisch manifestieren, sind für die Betroffenen und ihre Angehörigen mit hohem Leiden verbunden. Aufgrund der Fülle an Therapiemöglichkeiten sollte man dem Begriff «therapieresistente Depression» indes kritisch begegnen und sich mit einem ungenügenden Therapieerfolg nicht zufrieden geben. Spezialisten und Fachkliniken können auch bei schwierigen und langwierigen Verläufen Hilfe bieten. «Als Ziel sollte eine langfristige Remission, also die Symptomfreiheit, angestrebt werden», betont die Fachärztin Katja Cattapan.

Unterschiedliche Ansätze

Grundlage der Behandlung ist eine ausführliche psychiatrische Diagnostik und somatische Abklärung. Gestützt auf die Diagnose schliesst sich eine differenzierte individuelle Therapieplanung. An der Entstehung einer Depression sind häufig verschiedene Faktoren beteiligt, etwa Lernerfahrungen, Genetik, mangelnde soziale Unterstützung, Stress am Arbeitsplatz, Beziehungskonflikte oder körperliche Erkrankungen. «Entsprechend braucht es auch unterschiedliche Ansätze in der Behandlung, die miteinander kombiniert werden können», sagt Cattapan. Dazu steht eine breite Palette an Psychopharmaka zur Verfügung. Wenn diese nicht wirken, werden Blutspiegelkontrollen und allenfalls pharmakogenetische Tests und die entsprechende Anpassung der Medikation beziehungsweise der Wechsel auf eine neue Substanz empfohlen.

Kognitive Verhaltenstherapie

Zu den biologischen Therapieformen gehören neben den Psychopharmaka auch die weniger bekannten Verfahren der Licht- und Wachtherapie. Eine hohe wissenschaftliche Evidenz, insbesondere bezüglich einer nachhaltigen Wirkung, hat die Behandlung mit Psychotherapie, speziell mit kognitiver Verhaltenstherapie. Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) ist eine psychotherapeutische Behandlungsform, die bei chronischen Depressionsverläufen angewendet wird. Mindfulness Based Cognitive Therapie arbeitet mit Methoden der Achtsamkeit wie Meditation und Yoga und dient der Rückfallprophylaxe der Depression. Bei Nichtansprechen auf andere Methoden kann auch die Elektrokonvulsionstherapie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sehr erfolgreich in der Depressionsbehandlung eingesetzt werden.