2 Formen für Diabetes

«Diabetes mellitus umfasst kurz zusammengefasst chronische Stoffwechselerkrankungen, bei denen zu wenig Insulin gebildet wird. Gemeinsames Symptom aller unbehandelten Patienten sind die erhöhten Blutzuckerwerte», erklärt Marius Gehrig, stellvertretender Geschäftsführer diabetesschweiz.

Dabei werden zwei Formen von Diabetes unterschieden: Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich Abwehrzellen gegen die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse richten.
 

Je früher dieser Angriff des eigenen Immunsystems stattfindet, desto schneller bricht die Krankheit aus.
 

«Betroffene mit Typ-1-Diabetes sind lebenslang auf die Gabe von Insulin angewiesen, Heilungsmöglichkeiten bestehen bisher noch nicht», hält Gehrig fest. Weshalb es zu dieser Autoimmunreaktion kommt, sei noch nicht eindeutig geklärt. Hier dürfte die Vererbung eine wichtige Rolle spielen.

Äussere Risikofaktoren

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar weiterhin Insulin, jedoch in ungenügendem Ausmass oder der Körper kann es nicht mehr wirksam verwenden, um Blutzucker in Energie umzuwandeln. Die Entwicklung des Typ-2-Diabetes wird begünstigt durch Erbfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Er tritt in den meisten Fällen erst ab einem Lebensalter von über 40 Jahren auf, man findet ihn aber auch zunehmend bei jüngeren Menschen mit starkem Übergewicht.

«Zur Entstehung der Erkrankung tragen äussere Risikofaktoren wie falsche Ernährung und Bewegungsmangel bei», betont Gehrig. Viele Typ-2-Betroffene sind übergewichtig. Einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Typ-2-Diabetes hat das metabolische Syndrom, eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und gestörtem Glukosestoffwechsel.

Diagnose oft zufällig

Die wichtigsten Symptome bei Diabetes sind unter anderen ein starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Müdigkeit und Leistungsabfall, hinzu kommen können Heisshunger-Attacken, eine vermehrte Neigung zu Infektionen, schlecht heilende Wunden, Wadenkrämpfe, Sehstörungen und Juckreiz. «Zu Beginn der Erkrankung können besonders bei Typ-2-Diabetes die Beschwerden und Anzeichen völlig fehlen, sodass die Diagnose oft zufällig erfolgt», so Gehrig.

Insgesamt entwickelt sich der Typ-2-Diabetes eher schleichend und nicht selten werden die Symptome übersehen. Bei der Diagnose können jedoch schon Folgeschäden an Herz, Nerven, Nieren oder Augen vorhanden sein.

Im Gegensatz dazu beginnt der Typ-1-Diabetes meist plötzlich und heftig mit deutlichen Symptomen wie Gewichtsverlust, häufigem Wasserlassen und starkem Durst. Ohne Behandlung kann sich beim Typ-1-Diabetes relativ rasch eine Stoffwechselentgleisung bis hin zum diabetischen Koma entwickeln.

Massnahmen aktiv umsetzen

Im Zentrum jeder Diabetestherapie steht eine gute Blutzuckereinstellung, um akute Beschwerden und Spätfolgen zu vermeiden.

Der gesunde Blutzuckerwert soll durch eine adäquate Ernährung, ausreichend Bewegung und eine entsprechende medikamentöse Therapie erreicht werden. Die Therapie ist aber nur dann wirksam, wenn die Patienten alle vom Arzt empfohlenen Massnahmen aktiv und konsequent umsetzen.

«Bei kaum einer anderen Krankheit können Betroffene derart viel Einfluss auf den Erfolg der Behandlung nehmen wie bei Diabetes. Es ist deshalb ausserordentlich wichtig, dass sie mit den Grundprinzipien einer guten Diabetesbehandlung vertraut sind», fasst Gehrig zusammen.