Traurig blickt Joyce ins Nichts. Die Kinder im Dorf lassen sie nicht mehr mitspielen, denn Joyce kann keinen Ball mehr fangen. Ihre Oma ist tief besorgt, denn in einem Land wie Tansania blind zu sein, heisst ein Dasein in äusserster Armut vor sich zu haben – kaum Chancen auf Schule und Beruf, ungenügende Ernährung und Hygiene, früher Tod.

Hinter Joyces Pupillen starrt eisiges Grau. Schleichend sind ihre Augenlinsen undurchsichtig geworden. Am Grauen Star erkranken zwar vorwiegend ältere Erwachsene, manchmal aber auch Kinder aufgrund von Infektionen im Mutterleib, Vererbung oder durch Unfälle. Dabei können in einer Routineoperation die trüben Linsen durch klare künstliche ersetzt werden.

Joyce hat Glück. Sie wird bei einem Ausseneinsatz des Kilimanjaro Medical Centre gefunden. Deren augenmedizinischen Dienste werden von der CBM Christoffel Blindenmission unterstützt.

Schon drei Tage später hat Joyce neue Augenlinsen implantiert erhalten, und der Augenverband wird abgenommen. Das Mädchen ist von den Bildeindrücken überwältigt.

Jubelnd schliesst die Oma Joyce in die Arme: «Ich bin überglücklich, dass Joyce wieder sehen kann. Nun wird sie die Schule besuchen können und hat eine bessere Zukunft vor sich.»

Die CBM hat im Jahr 2011 dank ihrer Spender mehr als eine halbe Million Staroperationen ermöglicht, wovon 14 000 an unter 14-Jährigen. Zudem haben 75 000 unheilbar sehbehinderte Menschen fördernde und eingliedernde Hilfe erhalten sowie 450 000 Bedürftigste mit anderen Behinderungen.