Es besteht eine grosse Divergenz zwischen der Nachfrage nach ­Burnout-Therapien und dem Vorliegen von wissenschaftlich evaluierten und begründeten Therapiekonzepten. Eine Ausnahme stellt das Therapiekonzept SymBalance, welches auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse 2013 publiziert wurde und im klinischen Alltag angewandt wird.Die wichtigsten der zahlreichen Erklärungs- und Therapieansätze sind in einem umfassenden Konzept integriert worden, das trotz seiner Vielschichtigkeit anschaulich darstellbar und im therapeutischen Kontext gut zu vermitteln ist. Das neu entwickelte Konzept erklärt Burnout aus einem Ungleichgewicht zwischen externen Anforderungen und individuellen Ressourcen, das auf drei Ebenen lokalisierbar ist: Objektiv, subjektiv und existentiell.

Individueller ­Therapieansatz
Diesem 3D-Modell der Störung entspricht das komplementäre Behandlungsmodell SymBalance, das für eine angemessene Therapie von Burnout eine Berücksichtigung aller drei Dimensionen verlangt. Dabei ergibt sich je nach individueller Ausprägung ein besonderer therapeutischer Schwerpunkt: Defizite auf der objektiven Dimension werden vor allem durch Trainingsprogramme im gruppentherapeutischen Setting behandelt, Beeinträchtigungen auf der subjektiven Dimension durch ausgewählte Interventionsmethoden der Kognitiven Verhaltenstherapie. Zur Behandlung der existentiellen Problematik erweist sich Grawes konsistenztheoretischer Ansatz als besonders geeignet, der um eine philosophisch fundierte Reflexion des individuellen Lebensentwurfs erweitert wird. Entsprechend dem Beschwerdebild der Patienten wird das Therapieprogramm individuell zusammengestellt. Basis dieses dreidimensionalen Therapiemodells ist ein Regenerationsprogramm, das dem Bedürfnis der Betroffenen nach Entlastung und Erholung maximal entgegenkommt. Dafür steht im Sanatorium Kilchberg eine neu eingerichtete Therapiestation zur Verfügung.