Ursachen und Symptome
Ein Tinnitus bricht aus, wenn das Fass überläuft. Einige Auslöser füllen es in grossen Schritten, andere langsam, aber stetig. Eine Mittelohrentzündung, Lärmtraumata, eine gut platzierte Ohrfeige, ein Hörsturz oder eine Hörminderung sind grosse, Medikamente, Nikotin, Alkohol, Koffein und körperliche Belastungen sind kleinere Schritte. Hinzu kommt der Stress. Unter Männern ist dieser Faktor viel häufiger Auslöser als unter Frauen.

Im Ohr nehmen Sinneszellen Schall auf, vibrieren und senden ein Signal ans Hirn, welches es als Ton aufnimmt. Beschädigte Zellen senden Signale, die es gar nicht gibt. Dies ist ein Tinnitus. Allerdings können solche beschädigten Zellen so lange überleben wie keine anderen im Körper, bis zu zwei Jahre lang. In dieser Zeit können wir rückwirkend Einfluss nehmen. Ist ein akuter Tinnitus einmal chronifiziert, wird es schwieriger. Durch das ständige Hören dieses Tones merkt ihn sich das Hirn und speichert ihn ab.

Behandlungskonzepte
Ein akuter Tinnitus lässt sich häufig mit einem Softlaser behandeln, der die Durchblutung fördert und die Regeneration der Sinneszellen beschleunigt. Gegen einen chronischen Tinnitus eignen sich Klangtherapien oder eine Neurostimulation, die das Hirn mit Gegentönen vom Tinnitus entwöhnen. Gingko, Knoblauchextrakt, Zink oder Vitamin-B-Präparate können unterstützen. Und natürlich gibt es Psychopharmaka. Aber die sollte man nicht ein Leben lang einnehmen.

Tinnitus kann nicht nur von Stress kommen, er erzeugt wiederum neuen Stress und es gilt deshalb, diesen abzubauen. Autogenes Training und Sport helfen. Denn ein Tinnitus nimmt selten ab, er hat die Tendenz, sich mit der Zeit zu verschlimmern. Wer vorbeugt, kann das hinauszögern. Vielleicht so lange, bis es noch bessere Ansätze zur Behandlung gibt. Denn bis heute fand man zwar viele Möglichkeiten, aber noch kein Zaubermittel.