Depressive Patienten erkennt man häufig auch an ihrer Bewegungs- und Verhaltensart. «Ihr Gangbild ist schleppend, verlangsamt und unrhythmisch.

Um gegen die grosse Anspannung und ihre motorische Unruhe anzugehen, werden depressive Patienten auch physiotherapeutisch behandelt.

Durch ihre Körperhaltung, ihre kraftlose Stimme und eine reduzierte Gestik und Mimik vermitteln die Patienten den Eindruck, dass sie körperlich schwer krank sind, obwohl ihre somatischen Befunde eigentlich normal sind», weiss Zagorka Pavles, Klinische Spezialistin mit Schwerpunkt in Psychosomatik.

 

Zu den typischen körperlichen Symptomen der Depression zählen unter anderen Muskelverspannungen in Nacken- und Brustbereich, Kopf- und Rückenschmerzen, Herz-Kreislauf-Schwäche, Atemnot, Schwindel, Kraftlosigkeit und Verdauungsstörungen.

Psyche und Körper hängen eng zusammen

Um gegen die grosse Anspannung und ihre motorische Unruhe anzugehen, werden depressive Patienten auch physiotherapeutisch behandelt. Am Anfang der Therapie steht ein Bewegungstest, der sich auf die Beobachtungen des Gangmusters, der Körperhaltung und der Atmung stützt. Denn auch der Atem-, Herz-, Wach-Schlaf- und Verdauungsrhythmus sind gestört und müssen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Die Reorganisation und Restrukturierung des Bewegungsmusters und -verhaltens soll durch gezielte Bewegungen und Selbstbeobachtung erreicht werden. Halt und Stabilität werden trainiert, um die posturale Muskulatur und den Stützapparat durch das Aufrichten gegen die Schwerkraft bewusst wahrnehmen zu können. Der Patient lernt zudem durch Ertasten von Gegenständen seine Körpergrenze zu erkennen.

«Ziel der Behandlung ist es, durch einen verbesserten Bewegungs- und Atmungsrhythmus sowie durch gesunde Bewegungsabläufe dem Körper neue Orientierung und Vitalität zu geben und somit das Selbstwertgefühl des Patienten positiv zu beeinflussen», so Pavles.