Bei einem Burnout oder einer Depression gerät bei Betroffenen die innere Ausgeglichenheit aus dem Lot. «Mehrfachbelastungen können ein Burnout auslösen. Umso wichtiger ist es dann, dass Betroffenen geholfen wird, ihr inneres Gleichgewicht wieder zu finden», betont Janine Breetz, Präsidentin der Naturärzte Vereinigung Schweiz (NVS). «Man muss versuchen, die Waage wieder behutsam auszubalancieren.

Das kann gelingen, wenn man zum Beispiel wieder vermehrt Hobbys und seinen Freundeskreis pflegt.» Dies, so Breetz, sei umso wichtiger, weil Burnout-Betroffene sich vielfach zurückziehen und sich isolieren.

Es gibt ganz unterschiedliche Therapieformen, welche die Alternativ- und Komplementärmedizin heute anbieten kann.






Als Begleitmassnahme geeignet

Bei einem Burnout oder einer Depression können auch alternative Therapieoptionen infrage kommen. «Es gibt ganz unterschiedliche Therapieformen, welche die Alternativ- und Komplementärmedizin heute anbieten kann.

Diese können begleitend zur Unterstützung bei der Behandlung eingesetzt werden», erläutert Janine Breetz. So können zum Beispiel Pflanzenpräparate wie Bachblüten oder Spagyrik unterstützend helfen, eine Krise zu meistern.

Dies bei leichten Verläufen oder wenn jemand nach einem Klinikaufenthalt alternative Therapien als Unterstützung und Begleitmassnahme wählt. Pflanzenpräparate werden in der Komplementärmedizin gerne eingesetzt, weil diese ganzheitlich, das heisst auf Psyche und Körper gleichzeitig eine stabilisierende Wirkung haben.

Neben schulmedizinischen Massnahmen können begleitende manuelle Massagetherapien von grossem Nutzen sein, wenn es darum geht, das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.

Eine weitere Alternative ist gemäss Breetz Bewegung. «Allen Menschen, die unter einem Burnout leiden, tun Ablenkung und Bewegung gut. Auch Tanzen kann die Ressourcen bei Menschen in einer schwierigen Lebenssituation stärken. Es geht ja vor allem darum, die eigenen Stärken und Fähigkeiten wieder zu entdecken.» Dadurch werde auch mehr Lebensfreude erlebt, was äusserst hilfreich sei.

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen

Auch natürliche Präparate können in einer Krise helfen – je nach Grad und Schwere der Depression. «Diese kommen vor allem bei einer leichten Depression infrage. Bei schweren Verläufen würde ich solche Präparate allerdings nicht empfehlen», schränkt Breetz ein. Bewährt haben sich bei leichteren Depressionen auch Massagen und Akupressur sowie die Cranio-Sacral-Therapie, eine Körperarbeit, bei der mit grosser Sorgfalt die Achtsamkeit der Klienten gestärkt wird.

Auch autogenes Training, kombiniert mit Atemübungen, würde die Achtsamkeit verbessern und die Aufmerksamkeit auf sich selber und nach innen lenken, betont Breetz. «So können Betroffene ihre eigenen Bedürfnisse wieder verstärkt wahrnehmen.» Sinnvoll könne auch der Einsatz von homöopathischen Mitteln und bei körperlichen Symptomen wie Verdauungsbeschwerden oder Schlafproblemen auch von Pflanzentinkturen sein, die auf den Patienten bezogen individuell zusammengestellt werden.

BETROFFENENBERICHT: LEONIE W.*

Kapitel 2

Individuelle Therapiein der Behandlung von Depressionen

Ich bin momentan leider auf chemische Medikamente angewiesen. Viel lieber würde ich jedoch nur pflanzliche Mittel zu mir nehmen. Ich bin eine grosse Befürworterin von alternativer Medizin und nehme diese ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung in Anspruch. Ich gehe zu einer Heilpraktikerin, die mich ganzheitlich behandelt und Spannungen im Körper löst.

Gleichzeitig arbeitet sie viel mit Energien und hilft mir, meinen Körper besser zu spüren und meine Achtsamkeit zu schulen. Dazu setzt sie auch Akupunktur ein. Was mir ebenfalls hilft, ist die Aromatherapie. Durch die Düfte kann ich mich entspannen und von negativen Gefühlen ablenken.

Wenn immer möglich, greife ich auf pflanzliche Medikamente und homöopathische Globuli zurück. Vor meiner Depression habe ich mich fast ausschliesslich damit behandelt, heute nehme ich diese ergänzend zu den Antidepressiva. Sie helfen mir, um Spannungszustände zu lösen und  besser zu schlafen.  Meine Hoffnung für die Zukunft ist, dass ich irgendwann die Antidepressiva absetzen kann und die Behandlung mit pflanzlichen Mitteln ausreicht, um meine Depression im Griff zu haben.

Ein weiterer wichtiger Pfeiler ist Bewegung. Am besten abschalten und entspannen kann ich bei Spaziergängen in der Natur. Yoga hilft mir, das Bewusstsein auf den Körper und mein Wohlbefinden zu lenken und das Kopflastige auszubremsen.

Sport ist mir ebenfalls wichtig, allerdings besteht dabei auch immer die Gefahr, dass ich es übertreibe und meine Grenzen überschreite.  Eine Tendenz, die aus meiner Zeit im Spitzensport kommt. 

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*Name von der Redaktion geändert.