In den Medien wird das Thema der männlichen Impotenz breitgeschlagen und ist in aller Munde. Für Betroffene ist die fehlende Potenz aber oft ein Tabuthema – beispielsweise werden potenzsteigernde Mittel heimlich bestellt. Wer braucht denn eigentlich diese Mittel in der heutigen Gesellschaft und weshalb existiert das Phänomen der fehlenden Potenz? Die klassischen erektilen Funktionsstörungen bei Männern sind operative Eingriffe (beispielsweise Prostata-Operation), Diabetes, das zunehmende Alter sowie Kreislaufbeschwerden. Bei den Männern ab 40 nimmt der Testosteronspiegel bereits ab und führt dazu, dass die Lust an der Sexualität abnimmt. Zudem hemmen Stress, falsche Ernährung, zu viel Alkohol, Reizüberflutung der Medien und übertriebene Pornografie eine funktionierende Potenz. Von der Potenzschwäche sei seit kürzerer Zeit auch die jüngere Generation betroffen, meint Peter Schmid, Geschäftsführer von Centralmedic. Die Reizüberflutung der Medien, übertriebene Cyberpornografie sowie Stress können sich negativ auf die Potenz auswirken. Für Betroffene ist das Problem der Impotenz, trotz mannigfacher medialer Ausbreitung, nach wie vor ein Tabuthema.

Auch junge Generation von Impotenz betroffen
Auch PH Dr. med. Alexander Müller, Oberarzt für Urologie am Universitätsspital Zürich, stellt fest, dass sich junge Männer durch die steigende Verbreitung von Cyberpornografie ein falsches Bild von der Sexualität machen und sich daher eine Verzerrung der eigenen Sexualität einstellen kann. Eine zu hohe Erwartung an die eigene Sexualität führt dann zu Problemen bei der Erektion. In der Schweiz geht man davon aus, dass etwa 300 000 Männer von Erektionsstörungen betroffen sind, so Müller. Per Definition handelt es sich dabei um Männer, welche mindestens ein halbes Jahr wegen erektilen Störungen keine zufriedenstellende Sexualität erleben können.

Pflanzliche Alternativen
Es gibt sie, die Alternativen zu rezeptpflichtigen Medikamenten, die zu roten Köpfen und Herzrasen führt. Es muss nicht immer Chemie sein. Beispielsweise berichten Hersteller und Vertreiber des leistungssteigernden Naturproduktes Maca (Wurzelknolle) über reissende Verkaufsabsätze. Die Wunderwurzel Maca, welche in den Anden von Peru auf über 4000 Metern wächst, wird auch Anden-Viagra oder Anden-Ginseng genannt. Neben ihrem Ruf zur Verbesserung der Libido und der Steigerung der Manneskraft soll sie auch für die Psyche und die körperliche Leistungsfähigkeit gut sein. Gepriesen wird im Segment der natürlichen Potenzsteigerungen auch Arginin. Die aus pflanzlicher Basis gewonnene Aminosäure Arginin hat Einfluss auf die mechanische Funktionsweise des Körpers und bringt damit den Kreislauf in Schwung. Im Endeffekt hat dies einen positiven Einfluss auf den Schwellkörper.

Welche Rolle nimmt die Frau ein und was kann sie tun?
Wichtig ist, dass die Frau die erektilen Funktionsstörungen des Mannes nicht persönlich nimmt. Allzu oft kommt es vor, dass Frauen frustriert und wütend werden, wenn es nicht mehr bis zur Penetration reicht. Sie meinen, sie seien nicht schön genug, sagt Frau Dr. Sybille Schnorf, Sexualberaterin. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Der Mann meint, er sei nicht gut genug und die Frau geht davon aus, sie sei zu wenig schön. Von Bedeutung ist, das Vorspiel und den generellen Körperkontakt auszudehnen und nicht sofort den Genitalbereich des Mannes zu berühren, damit fällt der Druck beim Mann weg. Es sollen auch andere bekannte sexuelle Befriedigungsformen ins Zentrum des Liebesspiels rücken, die keine Penetration beinhalten. Sich an diesen Möglichkeiten zu erfreuen, ist wohl die beste Medizin.