Die ganzheitliche Medizin spielt eine grosse Rolle bei Brustkrebspatientinnen: «Schätzungsweise mehr als 50% der Frauen mit Brustkrebs wenden komplementäre Behandlungsmethoden an. Oftmals verschweigen sie dies aber ihrem Arzt, weil sie Angst vor Kritik und/oder Ablehnung haben», weiss Dr. Teelke Beck, Fachärztin Gynäkologie und Geburtshilfe, Brustchirurgin, Master-Studium Kulturwissenschaften und Komplementärmedizin, Brust-Zentrum Zürich. Hier gilt es gemäss Dr. Beck Brücken zu bauen und die komplementären Methoden sinnvoll in das konventionelle Behandlungsschema zu integrieren.

Die Komplementärmedizin versteht sich nicht als Alternative, sondern als ergänzende Bereicherung der konventionellen Therapie. «Es geht nicht um ‹entweder – oder›, sondern um ‹sowohl – als auch›. Komplementäre Verfahren sollen die Nebenwirkungen der konventionellen Behandlung mindern, ohne deren Wirkung zu beeinträchtigen», erklärt Beck. Bekannte Methoden sind Homöopathie, ­Traditionell Chinesische und anthroposophische Medizin sowie Behandlungsmethoden der Naturheilverfahren, um nur einige zu nennen. Es existieren darüber hinaus verschiedene körperbezogene und energetische Therapien.

Selbsthilfe

Wer einen persönlichen Beitrag zur Krankheitsbewältigung leisten will, kann dies therapieergänzend durch eine gesunde Lebensführung tun. Bei einer Tumorerkrankung und -therapie ist zudem der Bedarf an Mikronährstoffen für die Stoffwechselvorgänge im Körper deutlich gesteigert. Dieser Mehrbedarf kann durch von Fachkräften individuell zusammengestellte Nahrungsergänzungen gedeckt werden.

Aber nicht nur die Lebensführung, sondern auch die Lebenshaltung ist wichtig: «Hier hilft zum Beispiel die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion – ein erlernbares Verfahren, das den Grundstein für einen bewussteren und entspannteren Lebensstil legt», so die Fachärztin.