Facts

1. Herz Kreislauferkrankungen stellen nach wie vor die häufigste Todesursache dar.
2. Mit der Zunahme der Lebenserwartung steigt auch der Anteil älterer Menschen, die Risikopatienten für ein akutes Koronarsydrom sind. Daneben gibt es aber auch lebensstilbedingte Risikofaktoren wie Übergewicht und Diabetes Typ 2, Rauche, Hypertonie und Störungen des Lipidstoffwechsels.
3. Symptome eines akuten Koronarsyndroms können folgende sein: Heftige Brustschmerzen, Engegefühl in der Brust, pläzliche Oberbauchschmerzen, akute Atemnot und Schweissausbrüche, Übelkeit, Erbrechen, BEwusstlosigkeit, Kreislaufzusammenbruch, Schock, akute Herzrythmusstörungen.
4. Die Therapie des akuten Koronarsyndroms hängt wesentlich von der Art und Ausmass der verursachenden Gefässverschlösse ab.
5. Präventiv wird die Reduktion von Risikofaktoren, die regelmässige ärztliche Untersuchung sowie allenfalls die Einnahme von Medikamenten empfohlen.

Tatsache ist: Herz-Kreislauferkrankungen sind die Todesursache Nummer eins in den Industrieländern. Weltweit leidet jedes Jahr rund eine Million Patienten an einer ernsthaften Herzerkrankung mit einer Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten. Für diese Patienten ist eine Herztransplantation die einzige therapeutische Option. Das Problem ist aber, dass nicht genügend Spenderherzen zur Verfügung stehen. Um überleben zu können, sind diese Patienten deshalb auf eine medizintechnische Lösung angewiesen.

Dabei verfolgen unterschiedliche Therapiearten oft unterschiedliche Ziele. «Im Wesentlichen geht es um eine Reduktion der Behandlungs- und Pflegekosten für diese Erkrankungen, die dann auch Auswirkungen auf die Gesamtkosten des Gesundheitssystems hat», sagt Prof. Dr. Ing. Erik Schkommodau, Head of Institute for Medical and Analytical Technologies in Muttenz BL. An diesem Institut der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW wird auf den Gebieten der In-vivo-diagnostik und der Therapiesysteme geforscht und entwickelt. Die Forscherinnen und Forscher sowie die Studierenden leisten hier konkrete Beiträge, um die Kluft zwischen Life-Sciences-Spitzenforschung und ihrer Umsetzung in die Praxis zu überbrücken.

Hohe Kosten
Gemäss CarioVasc betragen die Kosten für Herz-Kreislaufkrankheiten in der Schweiz 619 Millionen Franken, ein Herzinfarkt kostet durchschnittlich 27 350 Franken. Aber es geht nicht nur um die Kosten: «Im Weiteren soll die Sicherung einer hohen Lebensqualität trotz Erkrankung erreicht werden – für Patienten ein ganz wesentliches Ziel», so Prof. Schkommodau. Zudem spielen auch der Export von technischen Lösungen in Form von Produkten sowie Arbeitserleichterungen für Mediziner und Pflegepersonal eine Rolle.

Um diese Ziele zu erreichen, sind Implantate eine Therapiemöglichkeit für eine begrenzte Anzahl von medizinischen Indikationen. Wie sind die Erfahrungen damit? «In der Vergangenheit haben sie eine hohe therapeutische Wirksamkeit in ihrem definierten Einsatzbereich aufzeigen können», so Prof. Schkommodau. Bekannteste Vertreter sind Stents, Herzschrittmacher und intrakorporale Herzunterstützungssysteme, die man umgangssprachlich auch Blutpumpen nennt. Die klinischen Anwendungen von Blutpumpen sind sehr vielfältig. Sie reichen von der Blutförderung in
extrakorporalen Kreisläufen zur temporären Organunterstützung bis hin zum vollständigen Ersatz des menschlichen Herzens durch ein Kunstherz. Entsprechend variantenreich sind auch die Typen und Bauformen, die bereits klinisch angewendet werden beziehungsweise die sich noch in der Entwicklung befinden.

Und die Patientensicherheit?
Patientensicherheit hat viele Facetten und reicht vom Datenschutz über die Sicherstellung korrekter Diagnosen, die Qualitätssicherung der Therapie bis zum Informationsmanagement.

Laufende Projekte
Woran arbeiten Sie zur Zeit? «Am Institut für Medizinal- und Analysetechnologie an der FHNW beschäftigen wir uns in Kooperation mit Industriepartnern im Rahmen eines Projekts mit der Entwicklung eines innovativen linksventrikulären Herzunterstützungssystems.»