Die Pflege zu Hause beinhalte eine ganzheitliche und umfassende Betreuung. Dabei werde die ganze Familie miteinbezogen, sagt Sabina Di Giusto, Regionalleiterin im Bereich Privatpflege.

«Es geht in erster Linie darum, die Lebensqualität von kranken und behinderten Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch professionelle Pflege in ihrem gewohnten Umfeld zu verbessern. Wichtig ist, dass dabei die Eltern und die ganze Familie nachhaltig und effizient unterstützt werden.»

Gepflegt werden unter anderem junge Patientinnen und Patienten mit Krankheiten und Missbildungen der Atemwege und des Herzens, Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen in den Bereichen Immunologie und Hämatologie, Krebserkrankungen sowie neurologischen Krankheiten. Hinzu kommt die psychopädiatrische Pflege.

Kinder mit Wahrnehmungsstörungen seien psychosozialen Risiken ausgesetzt, erläutert Di Giusto. «Deshalb versuchen wir, wahrnehmungsfördernde Massnahmen aller Sinnesbereiche und Sicherheit zu vermitteln.»

Zudem hätten Kinder und Jugendliche oft ein durch die Krankheit bedingtes geringes Selbstwertgefühl mit einer grossen Ängstlichkeit. «Dann geht es darum, selbstwertfördernde Massnahmen in die Wege zu leiten, um die negative Selbsteinschätzung zu verringern und Ängste abzubauen.»

Weitere Entlastungsangebote

Es gebe immer wieder berührende Situationen, sagt Di Giusto. «Wir freuen uns, wenn wir Erfolge zu verzeichnen haben, und sind traurig, wenn eine Familie einen harten Schicksalsschlag verarbeiten muss, etwa wenn ein Kind seine Krankheit nicht überlebt.» Mehr Verständnis bräuchte es seitens der Versicherungen, betont Di Giusto.

«Aus Kostengründen können wir manchmal nicht das leisten, was eine Familie im Grunde nötig hätte. Zudem wären weitere Entlastungsangebote für die Eltern in Bereichen sinnvoll.»