Hepatitis C ist eine infektiöse Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus ausgelöst wird. Da der Krankheitserreger in erster Linie durch Blut einer infizierten Person übertragen wird, besteht die Gefahr einer Infektion vor allem beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen. Sexuelle Übertragungen des Virus sind relativ selten, kommen aber bei Männern, die Sex mit Männern haben, in letzter Zeit häufiger vor. Der klinische Verlauf der Erkrankung ist unterschiedlich. Häufig verläuft die Infektion ohne Symptome. Bei anderen Betroffenen zeigen sich im Verlauf von sechs bis neun Wochen nach der Ansteckung unter anderem Appetitlosigkeit, Erbrechen,
Bauchschmerzen und manchmal auch Gelenkschmerzen sowie Fieber und Gelbsucht. Die Inkubationszeit kann bis zu einem halben Jahr dauern. Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung.

Intravenöser Drogenkonsum
Bei fünf bis zehn Prozent der Infizierten kommt es zu einer Gelbsucht mit Gelbfärbung von Haut, Schleimhaut und Augen, dunklem Urin und hellem Stuhl. Bei 20 bis 40 Prozent der Erkrankten heilt eine akute Hepatitis C vollständig aus. «In allen andern Fällen entwickelt sich jedoch eine chronische Infektion, mit dem Risiko, eine Leberzirrhose oder einen Leberkrebs zu bekommen», betont Beat Müllhaupt, Leitender Arzt an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsspital Zürich. Hepatitis C kann nach wie vor nur schlecht behandelt werden. In Europa und in der Schweiz haben sich rund ein Prozent der Bevölkerung mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Der Männeranteil ist konstant hoch und beträgt etwa 70 Prozent. Gut zwei Drittel der gesamten neuen Infektionen sind auf intravenösen Drogenkonsum zurückzuführen. «Der Schutz vor einer Infektion besteht darin, keine Spritzen auszutauschen und alle Praktiken zu vermeiden, die zu Verletzungen mit schlecht sterilisiertem Material führen, das mit Blut verunreinigt sein könnte», warnt Müllhaupt. Hepatitis C wird nur sehr selten durch genitalen und analen Geschlechtsverkehr übertragen.

Gesteigerte Ausheilung
Bei HIV-Positiven, die gleichzeitig mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sind, lassen sich rund zehnmal mehr Hepatitis C-Viren im Blut nachweisen. Zudem schreitet die durch die Hepatitis bedingte Leberschädigung schneller voran. Im Gegensatz zum ungünstigen Einfluss der HIV-Infektion auf die HCV-Infektion sind bisher in umgekehrter Richtung keine negativen Auswirkungen bekannt. «In der Regel vertragen Menschen mit einer HIV-HCV-Koinfektion auch die Behandlung mit HIV-Medikamenten gut», sagt Beat Müllhaupt. Die HCV-Therapie kann dabei parallel zur HIV-Therapie durchgeführt werden. Allerdings muss die HIV-Therapie zum Teil umgestellt werden,
damit sich die HIV- und die HCV-Medikamente nicht gegenseitig negativ beeinflussen. Wie das HI-Virus benötigt auch das Hepatitis C-Virus für seine Replikation eine Protease. Die Blockade dieses bei HIV und HCV unterschiedlichen Enzyms ist ein viel versprechender Therapieansatz. Bei HIV-Infizierten werden mehrere Protease-Inhibitoren bereits erfolgreich eingesetzt. «Diese werden die derzeitige Standardtherapie nicht ersetzen, aber ergänzen», so Müllhaupt. Dabei wird der neue Therapieansatz die Rate der «Sustained Virologic Response», die eine mögliche Ausheilung anzeigt, deutlich steigern.