Das Auf und Ab der Sexualhormone spielt für die körperliche Entwicklung der Frau eine wichtige Rolle. Bei der Geburt befinden sich in den Eierstöcken ca. 1,2 Millionen Eibläschen (Eifollikel), die jeweils eine Eizelle enthalten. Die Eierstöcke mit ihrem grossen Vorrat an Ei-bläschen sind Produktionsstätte der Hormone. Bis die Eizellen fortpflanzungsfähig sind, verharren sie über viele Jahre im Ruhestand.

Mit der Pubertät kommen die Hormone erst richtig ins Spiel. Die Lebensspanne einer Frau lässt sich in verschiedene Abschnitte unterteilen. Die ersten zehn bis fünfzehn Jahre sind durch Aufbau- und Wachstumsprozesse bestimmt. Die danach einsetzende Pubertät ist die Zeit der hormonellen Umstellung und Reifung. Die hormonellen Schwankungen zeigen sich durch den sich verändernden Körper, aber auch anhand von Stimmungshochs und -tiefs.

Wechseljahre – die zweite Pubertät

In der zweiten Phase des hormonellen Wandels – den Wechseljahren – spielen die Hormone erneut verrückt. Verschiedene Hormone und Organe sind von den Wechseljahren betroffen: Eier-stöcke, Eileiter, Gebärmutter, Scheide, Brust sowie Knochen. Doch was genau geht beim hormonellen Wandel vor? Hormone regulieren Körperfunktionen wie den weiblichen Zyklus und die Körpertemperatur.

Jeden Monat bewirken Hormone, dass in einem der Eierstöcke ein Follikel mit einer Eizelle heranreift. Neben der Bedeutung der weiblichen Sexualhormone für die Fruchtbarkeit, sind Östrogene entscheidend für die Gesundheit der Frau und ihre körperliche Attraktivität. Bereits vor der Menopause (Ende der Regelblutungen) lässt die Funktion der Eierstöcke nach. Die Eierstöcke produzieren weniger von den Hormonen, die den weiblichen Zyklus steuern.

Gleichzeitig reift seltener eine Eizelle heran. Schliesslich gibt es überhaupt keinen Eisprung mehr. Typisch sind längere oder verkürzte Zyklen sowie verstärkte oder schwächere Blutungen.

Gesund altern

Frauen erleben die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, sehr individuell. Viele Frauen haben Hitzewallungen und Schweissausbrüche. In der Menopause können durch den Alterungsprozess und die fehlenden Östrogene auch Probleme wie zum Beispiel die Osteoporose oder depressive Verstimmungen auftreten. Gegen die Beeinträchtigung der Lebensqualität und im Umgang mit den Wechseljahren gibt es für betroffene Frauen verschiedene Möglichkeiten: Sie können ihre Lebensführung ändern, sich mehr bewegen aber auch pflanzliche Präparate oder Hormone und andere Arzneimittel in Erwägung ziehen.

Eine der wirksamsten Behandlungen ist die Hormonersatz-Therapie. Ein kontinuierlicher Hormonabfall im Blut kann zu Kapazitäts- und Funktionsverlusten vieler Körpersysteme führen. Ein zu niedriger Hormonspiegel in den Wechseljahren sollte kompensiert werden, da er als Ursache vieler altersbedingter Krankheiten gilt. Typische Altersleiden der Frau lassen sich durch Östrogen- und Progesteron-Ersatz günstig beeinflussen.

Es gibt sehr nebenwirkungsarme, natürliche Formen der Hormonersatz-Therapie. Wer sich einer Hormonersatzbehandlung unterziehen will, sollte sich im Vorfeld vom Arzt ausführlich über Vor- und Nachteile der Therapie beraten lassen. Der Arzt kann durch einen Bluttest den Hormonstatus feststellen. Liegt ein Mangel vor, lässt sich dieser unter ärztlicher Kontrolle anhand Hormon-Ersatzpräparaten ausgleichen. Eine Ergänzung mit natürlichen Substanzen kann Mangelzustände und Krankheiten wirksam verhindern und Degenerationsprozesse deutlich verlangsamen.

Mit der Menopause beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Die meisten Frauen sind dann zwischen 40 und 58 Jahre alt. Die neue Lebensphase muss nicht zwangsläufig mit einer sinkenden Lebensqualität einhergehen. Viele Frauen sehen neue Freiheiten und Möglichkeiten und gestalten ihr Leben neu.