Frau Lehner, inwiefern hat sich die Therapeutensuche in den letzten Jahren verändert?

Früher lief die Suche nach einem passenden Therapeuten in erster Linie über Empfehlungen durch Freunde, Familie oder den Arzt.

Die Krux an dieser Mund-zu-Mund-Vermittlung ist aber, dass kaum jemand genau das gleiche Problem hatte wie man selbst – es fehlt die Vergleichbarkeit. Deshalb orientieren sich heute viele Therapiesuchende zunehmend auch online, da sie einen umfassenderen Überblick über das Therapieangebot wünschen. Vertrauen ist nach wie vor ein wichtiger Faktor bei der Entscheidungsfindung.
 

Als Patient möchte ich wissen, worauf ich mich einlasse. Schliesslich wollen viele Patienten heute direkt online einen Termin buchen können, statt mühsam am Telefon einen Termin zu vereinbaren.
 

Was ist an der Suche auf Google anders?

Oftmals kennen die Therapiesuchenden nur ihr Symptom, zum Beispiel Kopfschmerzen. Wenn Sie aber auf Google «Kopfschmerzen» eingeben, finden Sie vieles, aber wahrscheinlich keinen Therapeuten, der Ihnen das Kopfweh lindern kann.

Entsprechend funktioniert die Internetrecherche auf Symptom-Ebene suboptimal. Auch mit Therapiemethoden gibt es Schwierigkeiten. Da viele Therapeutenwebsites nicht für Suchmaschinen optimiert sind, werden sie nicht erfasst. Entsprechend ergeben Suchanfragen nach «Psychotherapie Zürich» oder «Shiatsu Bern» oftmals eine kunterbunte Teilmenge der möglichen Resultate.

Auf welche Eigenschaften achten die Therapiesuchenden besonders?

Therapiesuchende haben oft einen starken Leidensdruck und möchten deshalb schnell den richtigen Therapeuten für ihr Problem finden. Gleichzeitig spielt auch eine gewisse Unsicherheit mit: Wer ist der beste Therapeut für mein Problem? Gibt es in meiner Region eine Praxis, die noch neue Kunden aufnimmt? Wann ist der nächste freie Termin?

Unsere Daten zeigen, dass insbesondere die schnelle Verfügbarkeit wichtig ist: 50 Prozent der Therapiesuchenden suchen einen Termin innerhalb der nächsten zwei bis drei Tage. Da das Therapeuten-Patienten-Verhältnis oft ein sehr intimes ist, braucht es zudem viel Vertrauen in die Therapeutin oder den Therapeuten.

Wie gewinnen Therapiesuchende Vertrauen im Netz?

Erfahrungsberichte und Empfehlungen von anderen Patienten, die bereits bei einem Therapeuten in Behandlung waren, schaffen Transparenz und dadurch Vertrauen. Aber auch Bilder der Praxis und des Teams können Schwellenängste abbauen. Auf unserer Therapeutenplattform Coachfrog.ch sind insbesondere die ausführlichen Beschriebe der spezifischen Methoden und Qualifikationen, die ein Therapeut ausweist, sehr beliebt.

Die Erfahrungsberichte anderer Patienten helfen zu erkennen, welche Methoden ein Therapeut erfolgreich einsetzt und bei welchen Symptomen er oder sie helfen kann.

Warum haben Sie Coachfrog.ch ins Leben gerufen?

Als ich einer Freundin half, einen Ernährungsberater zu suchen, merkte ich, wie schwierig diese Suche sein kann und wie intransparent das Therapieangebot ist. Das Ziel von Coachfrog ist es, Transparenz zu schaffen und dadurch auch die Selbstverantwortung jedes Einzelnen in Bezug auf seine Gesundheit zu stärken.

Wenn wir dadurch etwas zur allgemeinen Volksgesundheit beitragen können, freut mich das besonders. In unserem Gesundheitssystem ist die Verbindung zwischen klassischer Medizin und therapeutischer Unterstützung noch nicht vollumfänglich etabliert. Diese Lücke wollen wir schliessen. Denn in einer Zeit, in der chronische, stressbedingte und mentale Krankheiten zunehmen, wird der ergänzende Therapiemarkt immer wichtiger.