Wann sollten jene, die nächsten Frühling nicht unter dem Pollenflug leiden wollen, mit einer Immuntherapie beginnen?
Baumpollen können Allergikern schon im Januar das Leben schwer machen. Die Gräserpollen folgen dann ab Mai. Meistens dauert es rund zwei bis drei Monate, bis die notwendige Behandlungsdosis erreicht ist. Deshalb sollte man möglichst bald mit der Therapie beginnen.

Wie läuft eine Immuntherapie ab?
In einem ersten Schritt notieren wir die Symptome und führen einen Blut- und Hauttest durch. So können wir herausfinden, auf was genau der Körper allergisch reagiert und eine entsprechende Behandlung mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen empfehlen.

Ist eine solche Therapie zeitaufwändig?
Die Behandlung erstreckt sich über drei Jahre. Mit Spritzen gibt es eine mehrwöchige Einleitungsphase, in der wöchentlich eine Dosis nötig ist, danach braucht es während drei Jahren jeden Monat eine Wiederholungsspritze. Wem das zu aufwendig ist, kann eine zweimonatige Einleitungsphase wählen, macht dann zehn Monate Pause und wiederholt dieses Prozedere ebenfalls während drei Jahren.

Muss man dazu immer zum Arzt gehen?
Wer mit Spritzen behandelt wird, ja. Es besteht immer ein Restrisiko, dass der Patient allergisch auf die Spritze reagiert. Solche Reaktionen können in der Arztpraxis umgehend und gut behandelt werden.

Gibt es noch andere Nebenwirkungen?
Bei der Behandlung mit Spritzen kann die Einstichstelle lokal etwas anschwellen oder jucken. Bei Tropfen und Tabletten sind diese Nebenwirkungen viel geringer. Manchmal aber kommt es dabei im Mund zu einem Juckreiz. Der ist zwar lästig, aber nicht gefährlich.

Was passiert während einer Immuntherapie im Körper?
Wir sprechen von einer Allergie, wenn der Körper übermässig auf eigentlich harmlose Stoffe reagiert. Mit dieser Therapie versuchen wir eine gewisse Toleranz aufzubauen, sodass allergische Reaktionen nicht mehr oder strak vermindert auftreten. Es handelt sich hierbei also um eine eigentliche Ursachenbehandlung.

Kann jeder eine solche Therapie machen?
Mit Ausnahme von Schwangeren und Personen mit schweren anderen Erkrankungen des Immunsystems, ja. Die Behandlung ist besonders sinnvoll bei Patienten mit mittleren bis schweren oder auch zunehmenden Beschwerden.

Wie häufig hilft die Therapie tatsächlich?
Die Erfolgschancen liegen bei 70 bis 80 Prozent. Die Beschwerden und der Medikamentenbedarf werden geringer oder verschwinden sogar ganz.

Wie erfolgreich ist die Immuntherapie bei anderen Allergien?
Bei Nahrungsmittelallergien liegt die Erfolgsquote leider noch bei unter 50 Prozent. Allergiker mit einer Kreuzallergie mit Pollen haben jedoch relativ gute Chancen zumindest auf eine gewisse Besserung der Beschwerden. Hingegen dürften nur 30 bis 40 Prozent der Leute, die etwa auf Meeresfrüchte allergisch sind, auf eine Therapie ansprechen. Menschen, die auf Tierhaare allergisch sind, hilft die Behandlung in etwa 60 bis 70 Prozent der Fälle. Ausgezeichnet ist die Erfolgsrate bei Insektengiftallergien und liegt bei bis zu 95 Prozent, selbst bei schwerer Wespen- oder Bienengiftallergie.

Wie teuer ist eine solche Behandlung?
Meistens kostet die Therapie im ersten Jahr zwischen 600 und 1000 Franken. In den Folgejahren wird sie oft etwas günstiger. Sofern vor der Behandlung eine Allergieabklärung durchgeführt wurde, wird die Therapie von der Krankenkasse übernommen.