Schmerzen können das Leben zur Hölle machen. Die meisten Schmerzpatienten haben schon unzählige Methoden ausprobiert – oft ohne Erfolg. Nicht selten bleibt das Gefühl, mit den Schmerzen alleine gelassen oder nicht ernst genommen zu werden. Viele Arztbesuche dauern nur ein paar Minuten, nicht genug, um eine langjährige Leidensgeschichte zu verstehen. „Den Schmerz nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern die Patienten ernst nehmen – ein zentraler Faktor, um der Schmerzursache auf den Grund zu gehen“, sagt Dr. Ulf Klostermann, Facharzt für Anästhesiologie am Schmerz Zentrum Zofingen. „Wir nehmen uns deshalb viel Zeit für ein erstes Gespräch mit dem Patienten. Und wir bieten nicht nur eine Methode an, sondern stellen aus einem grossen Therapieangebot das individuelle Konzept für jeden einzelnen Patienten zusammen, da Schmerzprobleme so verschieden sind wie die Menschen selber.“

Frühe und konsequente Behandlung von Schmerzen

Wichtig ist die frühe und konsequente Behandlung von Schmerzen, um die Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses zu verhindern. „Bei einem akuten Bandscheibenvorfall, der in die Beine oder Arme ausstrahlt, sollte eine schnelle Behandlung innerhalb von 48 mit Infiltrationen der Wirbelsäule erfolgen“, erklärt Dr. Martin Legat, Facharzt für Orthopädie. Bei diesen Infiltrationen werden die Medikamente unter moderner Navigationstechnik direkt an die betroffenen Nerven gespritzt. So wird eine maximale Wirkung am gereizten Nerv bei minimalen Nebenwirkungen erzielt. In 90 Prozent der Fälle muss heute nicht operiert werden.  

„Infiltrationen sollte man jedoch nur im Rahmen eines multimodalen Konzeptes machen, das auf den jeweiligen Patienten genau abgestimmt ist. Dann sehen wir die besten Erfolge“, betont Dr. Lutz Frank, Facharzt für Anästhesiologie. Infiltrationen werden unter Röntgendurchleuchtung oder Ultraschall gemacht, die Eingriffe erfolgen ambulant in lokaler Betäubung und nach ein bis zwei Stunden können die Patienten wieder nach Hause. „Wir bieten Infiltrationen aber auch in Kurznarkose an, so dass die Behandlung völlig schmerz- und stressfrei abläuft“.

Schmerzprobleme im Rückenbereich

Rund 70 Prozent der Schmerzprobleme betreffen den unteren Rückenbereich. In den ersten sechs Wochen können diese vom Hausarzt mit Physiotherapie und Medikamenten behandelt werden. Wenn sich die Rückenschmerzen nach dieser Zeit nicht entscheidend bessern, sollte jedoch ein Spezialist aufgesucht werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Dr. Frank: „Rückenschmerzen sind nur ein Symptom und keine Diagnose. Die Abklärung ist gar nicht so einfach, da Röntgen-, MRI-Diagnostik und körperliche Untersuchung alleine nicht ausreichen. Erst diagnostische Infiltrationen können die wahre Schmerzursache identifizieren. Dazu spritzen wir kleinste Mengen Betäubungsmittel an spezifische Strukturen der Wirbelsäule:  Verschwindet dann der Schmerz, haben wir die Schmerzursache identifiziert. Häufig sind es die kleinen Wirbelgelenke, die arthrotisch verändert sind und Schmerzen bereiten.“ Hier werden entzündungshemmende Medikamente injiziert oder die dazu gehörigen Nerven mit Hitze verödet. Mit der Verödung kann ein ganzes Jahr lang eine gute Wirkung erzielt werden - ganz ohne Medikamente.

Arthroseschmerzen

Weit verbreitet sind auch Gelenkschmerzen. „Häufig löst eine beginnende Arthrose die Schmerzen in den grossen Gelenken wie Knie, Hüfte oder Schulter aus“, sagt Dr. Legat. „Hier kann mit Infiltrationen und Kinesiotherapie geholfen werden. In schweren Fällen muss jedoch das Gelenk operativ ersetzt werden.“