Warum steigt die Anzahl Krebserkrankungen kontinuierlich?

Bereits in den Fünfzigerjahren berichtete man, dass sich die Anzahl der Krebstode seit etwa 1900 verdreifacht habe. Seit den Fünfzigerjahren ist die Anzahl Erkrankter dann erst recht in die Höhe geschossen.

Dafür gibt es eine Menge Auslöser. So beispielsweise bestimmte Chemikalien, die als Farbstoffe, als Pestizide und Herbizide verwendet wurden, bei denen krebserregende Stoffe identifiziert wurden.

Welchen Einfluss hat die Ernährung?

Unsere sehr kalorien- und zuckerreiche Ernährung begünstigt die Krebsentstehung. Denn dadurch werden Insulin und andere Wachstumshormone produziert, die das Zellwachstum stimulieren.

Es geht darum, herauszufinden, welche Ernährung bei Krebs tatsächlich am günstigsten ist

Man weiss auch, dass tierische Fette das Krebsrisiko erhöhen. Tierische Eiweisse stellen zudem das ideale Baumaterial für Krebszellen dar.

Mit dem vielen Fleisch und der Milch nehmen wir zudem zahlreiche Hormone zu uns und zwar selbst dann, wenn die Tiere nicht hormongefüttert wurden. Auch die zunehmend salzreiche Ernährung begünstigt die Krebsentstehung.

Menschen erkranken immer früher an Krebs. Insbesondere Frauen im Alter zwischen 30 bis 40 Jahren gelten als Risikogruppe. Gibt es eine Erklärung dafür?

Ja, wir sehen zunehmend Frauen in den Vierziger- oder sogar Dreissigerjahren, die an Brustkrebs erkranken. Soeben ist zudem eine Studie erschienen, die zeigt, dass die Anzahl von Darmkrebserkrankungen gerade bei den jüngeren Menschen zunimmt.

Die beschriebenen Ernährungsmuster haben sich in ihrer Reinkultur, dem Dauer-Snacken und Dauer-Trinken, vor allem bei jungen Menschen seit den Neunzigerjahren entwickelt. Das sind nun gut 25 Jahre. Das passt sehr gut zusammen.

Immer wieder ist die Rede von Spezialdiäten, welche die Krebszellen aushungern sollen. Ist das realistisch?

Auch Krebszellen benötigen gewisse Nährstoffe. So scheint es nicht unlogisch, dass man Krebszellen aushungern kann. Das Problem  bei vielen Konzepten ist allerdings, dass sie nicht nur dem Krebs Schaden zufügen, sondern auch dem Körper insgesamt.

Eine zuckerfreie Diät beispielsweise ist gut, aber der Körper benötigt Kohlenhydrate. Sogar wenn man gänzlich auf Kohlenhydrate verzichtet, würde der Körper sie bilden. Unter einem Mindest-Blutzuckerspiegel sind zwar die Krebszellen tot, aber der übrige Körper auch. Wie soll man also die Krebszellen aushungern?

Haben Sie eine Antwort darauf?

Da ich selbst Krebspatientin war, habe ich mich ausgiebig mit dem Thema beschäftigt. Während meiner ausführlichen Recherche lernte ich viel über die Wirkung und den schädlichen Einfluss tierischer Lebensmittel. Ich entschloss mich deshalb, auf eine rein pflanzliche Ernährung umzusteigen.

Das war einerseits einfach zu realisieren, andererseits war ich auch sicher, meinem Körper damit nicht zu schaden.

Wissenschaftlich ist die Wirksamkeit dieser Ernährungsweise nicht erwiesen.

Das ist richtig. An Menschen wurde es noch nicht untersucht. Tierexperimentelle Studien haben allerdings positive Resultate gebracht. Das ist ein Grund dafür, weshalb ich eine «Essen-und-Krebs»-Studie initiiert habe. Ich möchte belegen, dass es auch bei Menschen wirkt.

Was konkret möchten Sie herausfinden?

Es geht darum, herauszufinden, welche Ernährung bei Krebs tatsächlich am günstigsten ist. Und wenn sich eine rein pflanzliche Ernährung tatsächlich als die vorteilhafteste erweist, einen Eindruck zu erhalten, wie stark dieser Effekt ist. Sprich: Wie viel Prozent der Krebspatienten davon profitieren.

Gibt es bereits erste Studienergebnisse, die Sie verraten können?

Wir sind derzeit bei der Datenauswertung und können noch keine Ergebnisse vorwegnehmen. Wir haben aber eine Zwischenauswertung gemacht, um die Sicherheit einer veganen Ernährung bei Krebspatienten beurteilen zu können. Hier können wir bereits sagen: Sie schadet jedenfalls nicht.

Die ganze Studie finden Sie hier