Für die Erfüllung des Kinderwunsches gibt es heute verschiedene mögliche Methoden. Eine davon ist die In-vitro-Fertilisation (IVF), also eine künstliche Befruchtung.

Der Ablauf

Sie beginnt mit einer Überprüfung auf Fehler im Erbgut und einer genetischen Untersuchung der Chromosomen der werdenden Eltern. Die Frau erhält dann Medikamente, welche die Eigenständigkeit ihrer Eierstöcke reduzieren, damit aus der folgenden hormonellen Stimulation mehr als eine Eizelle gewonnen werden kann. Diese Hormone werden in der Hirnanhangsdrüse gebildet.

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) unterstützt die Eizellreifung und das Wachstum der Eibläschen (Follikel), das luteinisierende Hormon (LH) kann anschliessend den Eisprung auslösen. Diese Hormone nimmt die Frau als Präparate ein. Auch die Spermien des Mannes werden untersucht. Anschliessend werden die Follikel mittels Ultraschall überwacht, der Follikelsprung ausgelöst und die Follikelflüssigkeit aus den einzelnen Ei­bläschen punktiert. Parallel werden die Spermien gewonnen, die schliesslich die Eizellen befruchten.

Vier Methoden

Zur tatsächlichen Befruchtung führen vier mögliche Wege. Bei der klassischen In-vitro-Fertilisation werden die Eizellen mit dem Sperma in einem Reagenzglas zusammengebracht, was eine spontane Befruchtung und eine natürliche Selektion der Spermien auslöst.

Ein anderer Weg heisst intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Ein Spermium wird mit einer Pipette in eine fixierte Eizelle eingebracht. Die dritte und vierte Methode entsprechen der ICSI, allerdings werden die Spermien dann entweder aus einer Hodenbiopsie oder direkt aus dem Nebenhoden gewonnen.

Erfolgschancen

Schliesslich werden – wenn möglich –zwei Embryonen in die Gebärmutter transferiert. Die Erfolgsrate, ein Kind auszutragen, liegt bei 20 bis 40 Prozent und ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Auf jeden Fall ist eine IVF eine sehr aufwendige Behandlung und kann für beide Elternteile eine starke psychische und physische Belastung bedeuten. Es ist deshalb wichtig, diese Belastung mit jener eines unerfüllten Kinderwunsches abzuwägen.

Facts

Für die Stimulation mit follikelstimulierenden Hormonen (FSH) gibt es verschiedene Medikamente.

Urinäre Produkte werden aus dem Urin von Frauen aus China oder Südamerika aufgereinigt, weshalb das Risiko einer Übertragung von Erregern nicht völlig ausgeschlossen werden kann. Doch der Reinheitsgrad beträgt mehr als 70 Prozent und die Verunreinigungen werden von den Behörden und Ärzten als nicht bedenklich eingestuft. Es gab bislang keinen dokumentierten Fall einer Infektion.

Rekombinante Präparate werden biotechnologisch hergestellt und zeichnen sich durch einen Reinheitsgrad von über 99 Prozent aus. Sie sind dank Injektionspen einfach zu verabreichen, kosten aber mehr als urinäre Produkte.