Mithilfe von Stammzellen könnten in Zukunft unheilbare Krankheiten überwunden werden. Wissenschaftler auf der ganzen Welt forschen daran, wie diese medizinischen Alleskönner im Rahmen von Therapien im Kampf gegen Krankheiten wie Parkinson oder Diabetes Typ 1 eingesetzt werden können. Denn Stammzellen sind dafür zuständig, dass Wunden heilen, Blut, Haut und anderes Gewebe sich erneuert.

So hofft denn auch die regenerative Medizin, dass Stammzellen dabei helfen, beschädigtes, erkranktes oder altes Gewebe zu erneuern. Schon heute werden Stammzellen in der Therapie von Leukämien und Formen der Blutarmut, von Hirnschäden und vieler Herz- und Gefässerkrankungen eingesetzt, wobei auch Schweizer Wissenschaftler permanent an neuen Erkenntnissen arbeiten. So leistet beispielsweise das Nationale Forschungsprogramm „Stammzellen und regenerative Medizin“ wichtige Grundlagenforschung.

Nabelschnur und Nabelschnurblut sind wertvoll

Dabei besitzt jeder menschliche Körper diese potenten Stammzellen. Im Laufe des Lebens altern sie jedoch und sind auch von biochemischen Schäden betroffen. Stammzellen aus dem Nabelschnurblut und aus der Nabelschnur sind besonders interessant für die regenerative Medizin und die weiterführende Forschung. Sie sind noch unbeschadet und flexibel. Nabelschnur beziehungsweise Nabelschnurblut kann schmerz- und risikofrei für Mutter und Kind nach der Geburt sichergestellt werden.

Anschliessend werden die Stammzellen konserviert und unverändert eingelagert. Und immer mehr Nabelschnur-Stammzellbanken bieten mittlerweile die Aufbewahrung an, wobei in der Schweiz strenge Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit wie des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic gelten. 

Beitrag zu Medizin der Zukunft

Für Eltern ist ratsam, sich frühzeitig mit Gynäkologen, Hebammen oder direkt bei Stammzellbanken über die Optionen zu informieren. Denn zum einen ist möglich, das Nabelschnurblut des eigenen Kindes kostenfrei öffentlich zu spenden, wodurch es in einem Register anonym und international verzeichnet wird. Haben sich Ärzte aufgrund eines Krankheitsverlaufes für eine Transplantation mit Stammzellen von einem nicht verwandten Spender entschieden, wird die Suche nach einem kompatiblen Spender eingeleitet.

Öffentliche Nabelschnurblut-Banken gibt es beispielsweise an den Universitäten in Basel, Genf und Bern, am Kantonsspital Liestal und in verschiedenen Kliniken im Tessin. Diese öffentliche Spende beinhaltet keine Garantie und keinen Anspruch darauf, dass der Spender im Notfall seine eigenen Stammzellen zurückerhält. Im Falle der privaten Eigenvorsorge bleiben die Zellen von Nabelschnur beziehungsweise Nabelschnurblut Eigentum des Spenders, stehen dann dem eigenen Kind zur Verfügung und können wahrscheinlich auch im Erwachsenenalter noch eingesetzt werden.

Die Einlagerung für 25 Jahre inklusive aller die Spende betreffenden Aspekte kostet  in manchen Fällen 4.000 Franken. Hierfür kommen die Eltern selbst auf.