Neue Methoden bieten bei Prostatabestrahlung mehr Schutz vor Schäden am Enddarm. Nach wie vor gehört der Prostatakrebs bei den Männern zu den häufigsten Krebserkrankungen. Früherkennungsuntersuchungen helfen, die Diagnose frühzeitig zu erkennen, denn wenn die Beschwerden auftreten, kann eine Ausbreitung des Tumors ausserhalb der Prostata schon stattgefunden haben. Neue Methoden helfen, die Nebenwirkungen bei der Prostatabestrahlung zu minimieren. Der Prostatakrebs oder medizinisch Prostatakarzinom genannt ist eine bösartige Tumorerkrankung und geht vom Drüsengewebe der Prostata (Vorsteherdrüse) aus. Der Prostatakrebs gehört nach wie vor zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes.

Häufige Todesursache: Prostatakrebs

Innerhalb der Gruppe der an Krebs verstorbenen Männer ist er für etwa zehn Prozent der Todesfälle verantwortlich und damit die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung, nach Lungen- und Darmkrebs. Der Prostatakrebs ist heimtückisch, denn die Erkrankung ist im Frühstadium symptomlos. Im späteren Stadium können Beschwerden wie Blasenentleerungsstörungen, Knochenschmerzen und später Gewichtsverlust und Blutarmut auftreten. Wird die Diagnose erst gestellt, wenn bereits Symptome aufgetreten sind, hat häufig schon eine Metastasierung in die lokalen Lymphknotenoder eine Knochenmetastasierung stattgefunden.
Eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist nur möglich, wenn das entartete Gewebe die Organgrenzen noch nicht überschritten hat und keine Metastasen vorliegen. Da es in der Regel erst bei fortgeschrittener Erkrankung zu Beschwerden kommt, wird eine Früherkennungsuntersuchung für Männer über 50 Jahren (ab dem 45. Lebensjahr für Männer mit positiver Familienanamnese) angeboten, um die Krebsdiagnose möglichst früh in einem noch heilbaren Stadium zu stellen. Das Prostatakarzinom tritt überwiegend bei älteren Männern auf, die eine Symptomatik vielfach nicht mehr erleben würden. So hat sich seit zirka Anfang dieses Jahrtausends das «aktive Beobachten» als brauchbares Konzept für Männer entwickelt, die sich keiner invasiven Therapie unterziehen möchten. Die Entscheidung zur Behandlung ist schwierig, vom Einzelfall abhängig und bedarf der Besprechung innerhalb eines Teams (Tumorboard) von Spezialisten der Urologie, Strahlentherapie und Medizinischer Onkologie. Therapeutische Optionen sind die Operation mit kompletter Entfernung der Prostata, die Strahlentherapie, die Hormontherapie und in manchen Fällen die Chemotherapie.

Bestrahlungsbereich minimieren

Wird dem Patienten eine Strahlentherapie der Prostata empfohlen, so gibt es zusätzliche Massnahmen, welche den nahegelegenen Enddarm vor einer übermässigen Strahlenbelastung schützt. Die Folgen von zu starken Bestrahlungen können unregelmässiger Stuhlgang oder gar Blutungen aus dem Enddarm sein. «Wir empfehlen daher geeigneten Patienten, sich vor der Strahlentherapie zusätzlich einer SpaceOAR-Behandlung zu unterziehen», so PD Dr. med. Daniel R. Zwahlen, Chefarzt für Radiologie am Kantonsspital in Chur. Mit SpaceOAR Hydrogel wird der Enddarm für die Strahlentherapie vorübergehend von der Prostata weggeschoben. Damit wird erreicht, dass der Enddarm mit einer wesentlich geringeren Dosis an Strahlen belastet wird. Der Eingriff wird üblicherweise ambulant durchgeführt und dauert meist weniger als eine halbe Stunde. Mit einem sogenannten minimal-invasiven Eingriff zwischen Enddarm und Prostata wird das SpaceOAR Hydrogel eingespritzt. Der Eingriff wird unter Narkose durchgeführt, um eine optimale Platzierung des Gels zu erreichen. Eine lokale Betäubung ist zwar möglich, jedoch nicht üblich. Die Schutzwirkung durch die Distanzierung von Prostata und Enddarm durch das Hydrogel während der Strahlentherapie bleibt etwa drei Monate lang erhalten. Hydrogel löst sich nach ungefähr sechs Monaten auf natürlichem Weg ohne Nebenwirkungen vollständig auf.