Der Diabetes mellitus Typ 1 tritt meist bei jüngeren Personen auf und ist gekennzeichnet durch einen absoluten Insulinmangel. Demgegenüber nimmt der Diabetes mellitus Typ 2 mit steigendem Alter zu. Eigenes Insulin ist zwar vorhanden, zeichnet sich aber durch eine ungenügende Wirksamkeit aus. «Beide Typen erfordern lebenslang ein gutes Selbstmanagement durch den Patienten, im Prinzip 24 Stunden am Tag», betont Professor Roger Lehmann, Leitender Arzt an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitätsspital Zürich. «Ein regelmäs­siges und genaues Messen der Werte ist unerlässlich, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.» Eine Vernachlässigung der Diabeteskontrolle hat langfristige schwere gesundheitliche Folgen. Sekundärerkrankungen betreffen unter anderem die Gefässe, die Nieren, die Nerven und das Auge.

Reagieren und agieren

Kontrolle beinhalte stets beides, sagt Lehmann: Nämlich das Messen des Blutzuckers und das adäquate Handeln. Gefragt sind ein sinnvolles Reagieren oder proaktives Agieren mit dem Ziel einer möglichst guten «Einstellung des Blutzuckers». Wichtig ist, dass Betroffene konsequent ein Blutzuckertagebuch führen, elektronisch oder in Heftform, um so genannte Ausreisser und Trends zu erkennen. Ebenso wichtig für den Patienten und den behandelnden Arzt ist, dass auch die Nahrungszufuhr dokumentiert wird. «Sinnvoll ist es, die Messung und Dokumentation fliessend in den Alltag zu integrieren. Dann geht sie nicht vergessen und wird in der Regel auch nicht als lästig empfunden», rät der Fachspezialist. Das kann am Arbeitsplatz geschehen, unterwegs oder in der Freizeit. Diabetes in den Alltag zu integrieren, heisst aber auch, den Kontakt mit dem Hausarzt oder dem Diabetologen stets aufrechtzuerhalten.

Rasch und unauffällig

Exakte Blutzucker-Messgeräte mit intelligentem Diabetesmanagement machen heute für die Patienten vieles einfacher. So gibt es beispielsweise ein kompaktes Messgerät, das sich nahtlos mit dem iPhone verbinden lässt, oder Messgeräte, welche helfen, die notwendige Insulindosis bei einem bestimmten Blutzucker zu bestimmen. «Die Kombination modernster Messtechnologie und neuster Kommunikationsmittel bringt mehr Sicherheit und Unabhängigkeit im Alltag und damit verbunden mehr Selbstsicherheit im Management des Diabetes», so Lehmann. Das kann Hand in Hand gehen mit den sonstigen Gewohnheiten: Also etwa beim Sport oder bei der Arbeit, zwischen Sitzungen oder beim Studieren der Börsenkurse. Stets kann parallel dazu der Blutzuckerverlauf kontrolliert werden, und zwar ebenso rasch wie unauffällig. Gerade bei Jugendlichen kann diese Art von Selbstmanagement auch mit einem Spassfaktor verbunden sein.