Bei der häufigsten Form wird der Nagel des grossen Zehs vorne und seitlich unter dem Nagel infiziert und weiss bis gelbbraun verdickt. Nagelpilz ist hartnäckig. Er verschwindet in der Regel nicht von selbst und breitet sich oft auf weitere Nägel aus, sagt Hautarzt Antonio Cozzio.

Welche Symptome deuten auf einen Nagelpilz hin?
Ein Nagelpilz manifestiert sich in einer weissen bis gelbbraunen Verfärbung des Nagels, einer Verdickung, Aufweichung und krümeligen Verformung. Dabei wächst der Pilz am äus­seren Ende und seitlich im Nagel und auf dem Nagelbett. Bei einer selteneren Form wird nur die Oberfläche des Nagels infiziert. Nagelpilze beginnen meist lokal an einem Zehennagel, können sich dann weiter ausbreiten und auch die Fingernägel betreffen.

Wo liegen die Ursachen für einen Nagelpilz und wie erfolgt die Übertragung?
Zur Übertragung kommt es zum Beispiel in der Schule im Turnunterricht, innerhalb der Familie oder im Schwimmbad. In Schwimmbädern sind die Pilze sehr häufig und lassen sich nur schwer mit Desinfektionsmitteln entfernen, weil sie in Keratinpartikel, in wasserunlöslichen Hautbestandteilen, eingeschlossen sind.

Gibt es bestimmte Risikofaktoren und später allenfalls Komplikationen beim Krankheitsverlauf?
Oft sind ältere Menschen mit vorangegangenem Fusspilz betroffen. Häufige Schwimmbadbesuche, Rauchen sowie das Zusammenleben mit infizierten Personen erhöhen das Risiko ebenfalls. Zudem sind Patienten mit Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder einer Immunsuppression, bei welcher Abwehrprozesse unterdrückt werden, häufiger betroffen. Nagelpilze stellen oft ein kosmetisches und psychosoziales Problem dar, welches zu Schamgefühlen und sozialem Rückzug führen kann. Medizinisch kann sich durch die gestörte Nagel-Hautbarriere auch die umliegende Haut entzünden und schmerzen. Bei Diabetikern zum Beispiel kann der geschädigte Nagel zur Infektionspforte für aufsteigende Haut­infekte wie Wundrosen oder Blutvergiftungen werden, also zu gravierenden Problemen führen.

Wie erfolgt die Diagnose?
Der Arzt untersucht ein Stück Nagel unter dem Mikroskop oder in einer Kultur. Eine medikamentöse Behandlung sollte nicht ohne Diagnose eingeleitet werden, weil andere Erkrankungen ein ähnliches klinisches Bild zeigen, die allenfalls mit Nagelpilz verwechselt werden können. Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen heute zur Verfügung? Wenn vor allem der vordere Rand des Nagels betroffen ist, können lokale Methoden angewendet werden: Durch das Abfeilen kann der Druckschmerz reduziert und das Eindringen äusserlich angewandter Arzneimittel verbessert werden. Die äussere medikamentöse Behandlung sollte über mehrere Monate durchgeführt werden, ist aber weitgehend nebenwirkungsfrei. Bei Befall des ganzen Nagels mit der Wurzel ist eine innerliche Behandlung wirksamer, allerdings sind damit manchmal unerwünschte Wirkungen verbunden und ärztliche Kontrollen notwendig.

Welche Mittel können dabei eingesetzt werden?
Heute werden zur lokalen Behandlung bei Nagelpilzen vor allem Lacke verwendet, welche entweder Amorolfin oder Ciclopirox enthalten. Die Lacke werden direkt auf den befallenen Nagel aufgetragen, für die Dauer von mehreren Monaten bis zu einem Jahr. Die Erfolgsrate hängt stark von der anfänglichen Ausprägung der Infektion sowie von der Disziplin der Patienten bei der Nagelbehandlung ab.