Beim Schnarchen manifestiert sich ein Symptom, das eine tiefere Verengung der Atemwege im Schlaf zeigt. Mehrere Ursachen können dafür verantwortlich sein: Zum Beispiel Funktionseinschränkungen der Nasenatmung, Erschlaffung des Gaumensegels im Rachenraum, eine grosse Zunge oder ein enger Kiefer. Schnarchen kann bis zur krankhaften Schlafapnoe mit nächtlichem Atemstillstand führen. «Wenn jemand schnarcht, ist das Gehirn während der Nacht wie in einem Wachzustand, und auch das Herz und die Lunge kommen nicht zur Ruhe», sagt Antoine Aschmann, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten. Als Folge tritt ein leichter Bluthochdruck auf, der später zu Herzrhythmusstörungen übergehen kann. «Schnarchen bedeutet für das Herz Schwerstarbeit und kann zu einem erhöhten Infarkt- oder Schlaganfallrisiko führen», betont der Fachspezialist. Hinzu kommen ernsthafte Probleme in einer Partnerschaft. Oftmals bleiben nur getrennte Schlafzimmer als Lösung. Schnarchen belastet aber auch die berufliche Tätigkeit. «Besonders bei stark geforderten Leuten, etwa Managern, ist die eingeschränkte Leistungsfähigkeit eine zusätzliche Belastung. Das kann die Karriere gefährden», weiss Aschmann.
Die medizinische Richtung geht heute von der Symptombehandlung zu der Ursachen-Therapie über. Zur Behandlung des Schnarchens hat sich in den letzten Jahren eine sehr erfolgreiche Methodik etabliert, die die Ursachen genau erkennt und die Therapie zielgenau ansetzt.    

Am Bildschirm kontrollieren

Bei diesem Verfahren, die sogenannte Sleep-Nose-Endoskopy (SNE), wird das Schnarchen sichtbar gemacht. Durch Verabreichung eines Schlafmedikaments wird der Patient in die Tiefschlafphase versetzt. Mittels einer 360 Grad Optik, die durch die Nase eingeführt wird, können die Verengungsstellen kontrolliert und evaluiert werden.Direkt im Anschluss erfolgt die Therapie.
Unter den innovativen Operationsverfahren hat sich die Radiofrequency-Methode sehr gut bewährt.  Es handelt sich um eine Gewebe-Volumen-Reduktion unter Erhalt der Funktion der Schluckorgane. Der Eingriff erfolgt in einer leichten und schonenden Kurznarkose. Liegt zusätzlich eine behinderte Nasenatmung durch Nasenscheidewandverkrümmung vor, wird diese in der gleichen Sitzung mikrochirurgisch und minimal-invasiv korrigiert.

Erfolgsquote rund 90 Prozent

Bei diesem Behandlungskonzept ist der Aufenthalt im Operationszentrum nicht länger als 4 Stunden. Die Patienten nehmen ihre berufliche Tätigkeit nach 2–3 Tagen wahr. Zum Team gehören erfahrene Anästhesisten, Dentallabor Techniker und Ernährungsberater. Nach erfolgreicher Behandlung von 16 000 Patienten wurde das Behandlungskonzept, die Aschmann-Therapie, patentiert. Die Patienten sind danach oft erstaunt, wie schnell ihre Vitalität und Lebensfreude zurückkehrt und die Ermüdungserscheinung während des Tages verflogen ist.