Unter welchen Komplikationen leidet man, wenn man ­regel­mässig schnarcht?
Schnarchen ohne Atemaussetzer belastet primär die Partnerbeziehung und kann später zur Schlafapnoe übergehen. Folgen sind häufig zunehmende Tagesmüdigkeit mit Antriebsarmut, Abgeschlagenheit, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Eine unbehandelte Schlafapnoe kann ganz unterschiedliche Krankheiten auslösen, vom Herzinfarkt oder Schlaganfall bis zur Impotenz.

Sie gelten als ­Spezialist bei der Behandlung von SchnarchProblemen. Welches sind denn die hauptsächlichsten Ursachen, die zum Schnarchen ­führen?
Primär die Verengung und die Erschlaffung der Luftwege im Schlafzustand. Bis zu sieben Verengungsstellen können wir bei der Sleep-Nose-Endoscopy nachweisen, von der behinderten Nasenatmung bis zum erschlafften Gaumensegel und hypertrophen Zungengrund. Hinzu kommen der Rückfall des Unterkiefers im Schlaf sowie das Übergewicht. Bei der Sleep-Nose-Endoscopy wird der Patient unmittelbar vor der Operation in eine Tiefschlafphase mittels Verabreichung eines Schlafmittels im Schlaf versetzt. Ist der Patient Schnarcher oder Apnoiker, treten die Eigenschaften auf und können mittels einer 360-Grad-Optik, die durch die Nase eingeführt wird, an einem Bildschirm kontrolliert und evaluiert werden.
Der Patient bringt aber ohne­hin sein Schlaflabor­ergebnis mit. Die Schlaflaboruntersuchung zeigt den Schweregrad der Apnoe, die Sleep-Nose-Endoskopy erkennt die Ursache. Die beiden Untersuchungen ergänzen sich.

Nach welcher Methode gehen Sie konkret vor?
Sind die Verengungsstellen mittels Sleep-Nose-Endoscopy ermittelt, kann die Therapie mikrochirurgisch und minimalinvasiv erfolgen. Mehrere Hightech-Möglichkeiten stehen heute zur Verfügung.

Wie sieht der Ablauf der ­Behandlung im Detail aus?
Sie erfolgt bei mir in drei Stufen, die mit wenig Zeitaufwand verbunden sind: Die Voruntersuchung dauert 60 Minuten. Die durchgeführte operative ambulante Behandlung dauert rund drei Stunden. Die Kontrolle am nächsten Tag etwa 30 Minuten.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Die operativen Kosten liegen je nach Anzahl und Ausprägung der Verengungsstellen bei ca. 5000 Franken. Es handelt sich, wie bei einer kosmetischen Operation, um eine Selbstzahlerleistung, die nicht durch die obligatorische Krankenkasse abgerechnet wird.

Sie haben Ihre eigene Schnarch-Therapie ­entwickelt. Wo liegt der Unterschied zur konventionellen Schnarch-­Operation?
Bei der konventionellen Operation wird ein Grossteil des Gaumensegels entfernt, vielleicht auch die Nasenscheidewand korrigiert. Das macht etwa 20 bis 30 Prozent der Ursachen aus. Ich setze dagegen auf ein ausgereiftes Behandlungskonzept aus verschiedenen wissenschaftlich fundierten Bausteinen. Das verspricht die höchste Erfolgschance gegenüber der herkömmlichen Schnarch-Operation. Von diesem Therapiekonzept konnten bisher 14 000 Patienten profitieren.

Zu Ihren Patienten ­gehören namhafte Sportler und ­andere Leistungsträger. Hat das Schnarchen eine Auswirkung auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit?
Der verminderte Erholungsschlaf wirkt sich sowohl auf die körperliche als auch auf die geistige Verfassung negativ aus. Bei Sportlern kommt es zu einer körperlichen Leistungsverminderung, bei Leistungsträgern ist nicht selten ein intellektueller Leistungsknick die Folge.