Was ist die sogenannte Anaphylaxie?

Die Anaphylaxie ist die heftigste Form von Allergie, die unbehandelt lebensbedrohlich ist. Sie kann beispielsweise durch Nahrungsmittel, Insektenstiche (Bienen,  Wespen oder Hornissen) sowie Medikamente ausgelöst werden. Es kommt zu einem starken Blutdruckabfall und Herzrasen,  zudem tritt Flüssigkeit aus den Blutgefässen in das umliegende Gewebe aus und führt zu Schwellungen. Wegen des Blutdruckabfalls kommt es zu einer verminderten Durchblutung lebenswichtiger Organe. Diese schwerste Form nennt man allergischen oder eben anaphylaktischen Schock. Dazu kommen juckender Hautausschlag, Erstickungsgefühl,  Bauchweh bis hin zu Bewusstlosigkeit.

Welche Massnahmen sollten im Ernstfall getroffen werden?

Wichtig ist, dass Betroffene nach der erstmaligen Reaktion vom Facharzt oder der Fachärztin für Allergologie und klinische Immunologie untersucht werden. Wird die Anaphylaxie bestätigt, müssen sie immer eine für die Selbstinjektion bestimmte Adrenalinspritze bei sich haben. Diese müssen sie sich im akuten Fall sofort selbst verabreichen. Das Adrenalin stärkt den Blutkreislauf und hebt den Blutdruck wieder an, der im Falle einer Anaphylaxie plötzlich heftig sinkt. Es öffnet auch die Atemwege. Die Selbstinjektion ist eine lebenswichtige Erste-Hilfe-Massnahme und dient zur Überbrückung, bis der Betroffene in der Notfallstation gegen den allergischen Schock weiterbehandelt wird. Nach der Spritze bleiben nur 20 bis 30 Minuten, um die notfallärztliche Behandlung einzuleiten.

Wie ist die Behandlung bei milden Reaktionen?

Wenn die allergische Reaktion mild ist, das  heisst, wenn beispielsweise nur  juckender Hautausschlag besteht, kann ein Antihistaminikum in Form einer Tablette eingenommen werden. Es besteht auch da das Risiko, dass sich daraus eine schwergradige Reaktion entwickelt. Nimmt die Hautreaktion zu oder kommen Atem-, Kreislauf- oder Bauchsymptome dazu, kann mit dem Arztbesuch nicht mehr zugewartet werden.

Wie viele Personen sind in der Schweiz davon betroffen?

In der Schweiz sind rund 2.5 Millionen Menschen von Allergien betroffen, nur eine kleine Minderheit davon erleidet schwere Reaktionen.