Woran erkenne ich eine Depression?
Als wichtigste Symptome einer Depression gelten eine gedrückte Stimmung und der Verlust von Freude. Die Energiespeicher scheinen erschöpft zu sein.

In den letzten Jahren wird bei stressbezogenen Störungen im beruflichen Umfeld häufig von einem «Burnout» gesprochen. Emotionale Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit führen bei fortgeschrittener Burnout-Symptomatik nicht selten zu einer behandlungsbedürftigen Depression.

Als erstes wahrnehmbares Symptom einer Stressbelastung tritt häufig eine hartnäckige Schlafstörung auf, die besonders in der Anfangszeit gut behandelbar ist.

Spätestens wenn die Beschwerden über 4–6 Wochen anhalten, ist eine professionelle Abklärung zu empfehlen. Seelische und körperliche Erkrankungen können nämlich die gleichen Symptome hervorrufen, zum Beispiel kann eine schwere Störung des Nachtschlafes eine tiefe Erschöpfung nach sich ziehen.

Wie eng ist die Verbindung zwischen Schlaf und Psyche?
Sehr eng. Jeder von uns kennt eine vorübergehende Störung des Schlafes zum Beispiel bei wichtigen beruflichen Projekten oder in schwierigen privaten Lebensphasen.

Experten sind sich heutzutage einig, dass Depressionen und Schlafstörungen eng miteinander verbunden sind. Ein chronischer Schlafmangel zum Beispiel gilt heutzutage als Risikofaktor für die Entwicklung einer Erschöpfungsdepression.

Leider wird im Alter unsere Schlaffunktion anfälliger für Störungen. Aus diesem Grund treten bei älteren Menschen Schlafstörungen häufiger auf, teilweise werden diese durch körperliche Erkrankungen hervorgerufen (wie zum Beispiel durch eine eingeschränkte Funktion des Herzens).In der Schlafmedizin werden also körperliche und psychische Probleme gleichermassen behandelt.

Wie genau äussern sich die Schlafstörungen im Zusammenhang mit einer Depression?
Die Schlafprobleme vieler Betroffener werden von ihrer Umgebung heruntergespielt oder nicht wahrgenommen. Da die Verknüpfung zwischen Depression, Tagesmüdigkeit und nächtlicher Unruhe sehr auffällig ist, ist bei Betroffenen häufig eine erhöhte psychische Anspannung und Ängstlichkeit in Bezug auf den eigenen Schlaf zu finden. Beispielsweise haben sie Angst davor, abends nicht einschlafen zu können, und bringen den Körper somit in eine Stresssituation, welche langfristig tatsächlich zu Schlafproblemen führt.

Was können Betroffene tun?
Viele Menschen kennen ihren eigenen Schlafrhythmus nicht bzw. wird dieser auch durch äussere Faktoren wie Schule oder Beruf beeinflusst. Besonders Schichtarbeiter sind von aussergewöhnlichen Schlafzeiten betroffen. Dadurch, dass ihr Gefühl für Tag und Nacht durcheinander gerät, wird die Qualität des Schlafs verringert und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt.

Die beste Möglichkeit ist die, einen Arzt (egal ob Haus- oder Facharzt) aufzusuchen und mit diesem über die Symptome zu sprechen. Einige Ärzte bieten Schlafberatungen an und klären über Problematiken und Lösungsansätze, wie beispielsweise Entspannungsverfahren, auf.

In der Zwischenzeit gibt es spezielle Therapieverfahren, um sowohl Depressionen als auch Schlafprobleme dauerhaft verhaltenstherapeutisch zu behandeln. Insbesondere bei chronischen Schlafstörungen ist die Veränderung der eigenen Gewohnheiten ohne professionelle Unterstützung gar nicht so einfach. Zwei effektive Lösungsansätze sind zum Beispiel die Stimuluskontrolle und die Verkürzung der Wachliegezeit im Bett. Ausserdem muss das Ritual des «zu Bett Gehens» neu erlernt werden. Dies klingt erst einmal einfach, ist aber für einen langjährigen Betroffenen ein intensiver Lern- und Arbeitsprozess.

Sind Schlaftabletten empfehlenswert?
Bei kurz dauernden Schlafproblemen wie zum Beispiel vor einer Prüfung kann eine Schlaftablette hilfreich sein.
Bei chronischen Schlafstörungen sind Schlaftabletten in der Regel keine ausreichende Hilfe. Eine häufige Problematik ist ein Fortbestehen der hartnäckigen Schlafstörung und eine zusätzliche Abhängigkeit von einer Schlaftablette, die keinen grossen Nutzen hat.