Dank moderner medikamentöser Therapie haben sich die Lebensqualität und die Überlebenschancen der Betroffenen aber stark verbessert. Nach wie vor ist die Stigmatisierung der Krankheit eine der grössten Belastungen für die Betroffenen. Der Begriff AIDS steht für die Abkürzung „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ (= Erworbenes Immundefektsyndrom). Es handelt sich um eine durch das Human Immunodeficiency Virus (= Menschliches Immundefekt Virus, kurz HIV) verursachte Abwehrschwäche des Körpers. Wird die HIV-Infektion nicht oder zu spät behandelt, kommt es zur eigentlichen Erkrankung = AIDS. Ein Ausbruch von AIDS heisst, dass das HI-Virus das körpereigene Abwehrsystem soweit geschwächt hat, dass lebensbedrohliche schwere Infektionskrankheiten oder Tumore auftreten können.

Die Immunschwächekrankheit AIDS wurde in den 80-er Jahren erstmals  diagnostiziert und hat sich seither weltweit ausgebreitet. Heute sind etwa 33 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Allein in der Schweiz leben heute rund 25‘000 Menschen mit HIV beziehungsweise Aids; jährlich kommen zwischen 600 und 700 HIV-Neuinfektionen hinzu.


Frühe Therapie erhöht Überlebenschancen
Zwischen dem Zeitpunkt der HIV-Infektion  und dem Auftreten der ersten Symptome (Ausbruch von AIDS) können Jahre vergehen. Wichtig ist deshalb, dass die HIV-Infektion möglichst frühzeitig entdeckt und behandelt wird. Bei einer frühzeitigen HIV-Therapie sind die Chancen gross, über viele Jahre mit der HIV-Infektion ohne Ausbruch der schweren Immunschwäche leben zu können. Voraussetzung: Die Medikamente werden zuverlässig und dauerhaft eingenommen. Medikamente, die Aids heilen, gibt es bis heute nicht.

Die Aidsforschung hat in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt. Zurzeit wird weiter an neuen Medikamenten geforscht, deren Wirkung nach Einnahme über ein bis drei Monate andauern sollte, sodass Betroffene eventuell später die Medikamente nicht mehr täglich einnehmen müssen.


Tabu HIV/Aids muss gebrochen werden
Nebst der HIV-Dauertherapie und den möglichen zusätzlichen Infektionen stellt die Stigmatisierung der Erkrankung durch die Gesellschaft für die Betroffenen nach wie vor eine grosse Belastung dar. Das Tabu-Thema HIV/Aids kann durch die Betroffenen selber gebrochen werden, in dem sie möglichst bald – zunächst mit Freunden, Bekannten und Verwandten – darüber reden. Und: Nichtbetroffene können ebenfalls der Stigmatisierung entgegenwirken, in dem sie sich über die Krankheit gut informieren.