Zwischen Hoffnung und Enttäuschung

Monat für Monat banges Warten. Ob es wohl diesmal geklappt hat? Fällt der Schwangerschaftstest dann negativ aus, ist die Enttäuschung gross und Zweifel und Ängste machen sich breit. Hier beginnt nicht selten ein Teufelskreis.

Denn um endlich schwanger zu werden, setzen sich viele Paare enorm unter Druck und Sex findet nur noch geplant statt. Stress wiederum kann mit ein Faktor für unerfüllten Kinderwunsch sein.  Umso wichtiger, gelassen zu bleiben, auch wenn es mit dem Kinderwunsch nicht auf Anhieb klappt.

Wenn eine Schwangerschaft innerhalb von einem Jahr nicht eintritt, sollte sich die Frau bei einem Gynäkologen und der Mann bei einem Facharzt für Männerheilkunde (Urologen oder Andrologen) untersuchen lassen.

Ursachen auf den Grund gehen

Die Ursachen liegen denn bei gut einem Drittel der Fälle bei der Frau, bei knapp einem Drittel der Fälle bei dem Mann und bei einem Drittel findet sich eine Ursache bei beiden Partnern. So können bei der Frau etwa Hormonstörungen dazu führen, dass der Eisprung ausbleibt, was sich meist in unregelmässig auftretenden Periodenblutungen äussert.

Bakterielle Infektionen der Gebärmutter und der Eileiter, die von der Frau oft gar nicht bemerkt werden, können zu einer Schädigung der Eileiter oder zu Verklebungen an den Eierstöcken führen. Zysten der Eierstöcke stören die Eizellreifung und den Eisprung .Myome der Gebärmutter wiederum beeinflussen die Einnistung des Embryos.

Auch das Alter der Frau spielt eine wesentliche Rolle – bereits ab einem Alter von 35 Jahren sinkt die Fruchtbarkeit langsam und ab etwa 40 Jahre sehr schnell ab. Beim Mann ist die häufigste Ursache eine Einschränkung der Samenqualität. Obwohl Nikotin, Alkohol und Drogen meist als Ursachen genannt werden, ist deren Bedeutung aber begrenzt. In den meisten Fällen findet sich keine Ursache, so dass auch eine Besserung des Spermiogramms in den meisten Fällen nicht möglich ist.

Nicht selten liegt die Ursache auch in einer Erektions- oder Ejakulationsstörung. Erektionsstörungen können vielfältige Ursachen haben, in  etwa 70 bis 80 Prozent der Fälle sind sie körperlicher Natur. Aber auch der Lebensstil und dauerhafter Stress können die Erektionsfähigkeit beeinflussen.

Störung behandeln

In vielen Fällen ist es möglich, die Ursache der Unfruchtbarkeit oder Zeugungsunfähigkeit zu behandeln. So kommen etwa bei einer Störung des Eisprungs Hormontabletten oder Hormonspritzen zum Einsatz. Für den Fall, dass die Samenqualität leicht oder moderat eingeschränkt ist, kommt eine sogenannte intrauterine Insemination (IUI) zum Einsatz. Dabei wird zunächst der Zeitpunkt des Eisprungs mit Hilfe von Ultraschall- und Blutuntersuchungen bestimmt.

Der Mann gibt dann eine Samenprobe ab und die besten Spermien werden herausgefiltert. Diese Spermien werden dann direkt in die Gebärmutter gespritzt. Liegen schwerwiegende Störungen der Fruchtbarkeit vor, so kann eine künstliche Befruchtung (In vitro Fertilisation, IVF) zum Einsatz kommen. Dabei entnimmt der Arzt der Frau unter Ultraschallkontrolle einige Eizellen, um sie ausserhalb ihres Körpers mit dem Samen des Mannes befruchten zu lassen.

Zwei Tage nach der Befruchtung pflanzt der Arzt das befruchtete Ei in die Gebärmutter der Frau ein. Die Erfolgsquote dieses Verfahrens liegt bei bis zu 40 Prozent.