Doch was die meisten Menschen sich von der Paarsexualität wünschen, ist die Verbindung von Gefühlen der Nähe, Freude und erotischen Selbstsicherheit mit lustvoller genitaler Erregung.

Das ist hochkomplex und nicht angeboren, sondern erlernt. Unsere Gesellschaft ist aber, was das genitale Lernen angeht, ausgesprochen zurückhaltend – so sind wir von Kindheit an mit dem Entdecken unseres Geschlechts ziemlich allein.

Sich irgendwie selbst zu befriedigen lernen viele trotzdem, oft aber ohne das grosse Potenzial ihres Körpers auszuschöpfen. Und nicht alles, was allein gut funktioniert, ist automatisch paartauglich.

Die Gewohnheit, rasch zu rubbeln, lässt sich nur begrenzt auf Geschlechtsverkehr übertragen – Erektions- oder Orgasmusprobleme können die Folge sein. Viel Muskelanspannung schränkt das Lusterleben ein und kann auch zu Schmerzen führen.

Sex, der nicht genüsslich, sondern anstrengend ist, macht keine Lust auf Wiederholung. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass sexuelles Begehren und Spass am Sex lernbar sind.

Übung darin, sich abwechslungsreich zu stimulieren, angenehme Gefühle im eigenen Körper achtsam wahrzunehmen oder das Erlernen von Beckenbewegungen, um die eigene Erregung zu steigern und den Partner besser zu spüren, fördern das sexuelle Selbstvertrauen und unterstützen die Fähigkeit zum Orgasmus, zur Erektion und zur erotischen Begegnung in der Partnerschaft.