Erste Wahl: Antidepressiva

Bei der Diagnose Depression sind Antidepressiva in vielen Fällen noch immer das Mittel der ersten Wahl. Im Jahr 2014 verschrieben Ärzte in den Industriestaaten der OECD durchschnittlich doppelt so viele Antidepressiva wie noch im Jahr 2000. Viele dieser Behandlungen seien unzweckmässig, wie die OECD in ihrer Studie bilanzierte.

Das Problem: Mehr und mehr Untersuchungen zeigen, dass bei rund der Hälfte der Menschen, die Antidepressiva einnehmen, keine Besserung der Symptome eintritt. Wiederum andere leiden unter den Nebenwirkungen, die sich durch eine regelmässige Einnahme ergeben.

Heilpflanzen können eine Alternative darstellen, weil sie im Gegensatz zu synthetischen Medikamenten gut verträglich sind, keine körperliche oder psychische Abhängigkeit erzeugen und meist keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweisen. Insbesondere bei Senioren, die aufgrund verschiedener Beschwerden häufig auf unterschiedliche Medikamente angewiesen sind, kann dies ein entscheidender Vorteil sein.

Für jedes Problem die richtige Pflanze

Der Fundus an natürlichen Hilfsmitteln, um dunkle Gedanken zu vertreiben, ist umfangreich. Traubensilberkerze kann etwa bei depressiver Verstimmung in den Wechseljahren gute Wirkungen erzielen. Hopfen, Melisse und Lavendel, Passionsblumenkraut haben sich als sedierend und entspannend erwiesen.

Bei Unruhe und mangelnder Einschlafbereitschaft kann Wolfstrappkraut helfen. Bei einer Stresserkrankung empfehlen sich asiatischer Ginseng, sibirischer Ginseng oder Rosenwurz. Das stimulierende Heilmittel Rosenwurz gilt als Adaptogen, sprich ein biologisch aktiver Pflanzenstoff, der dem Organismus helfen soll, sich erhöhten körperlichen und emotionalen Stresssituationen anzupassen.

Rosenwurz besitzt einen Zweifach-Wirkmechanismus, der durch eine Senkung der Stresshormone Cortisol und Adrenalin zu mehr Gelassenheit im Geist und durch eine Steigerung der Energieproduktion zu mehr Energie im Körper führen kann. Das Mittel eignet sich somit vor allem zur Linderung von geistigen und körperlichen Symptomen bei Stress und Überarbeitung wie Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit und Anspannung.
 

Schon in der Antike wurde zudem Johanniskraut als Heilpflanze verehrt und auch heute noch gehört es zu den wichtigsten natürlichen Alternativmitteln für Menschen mit Depressionen. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit der Pflanze.


Bei einem Versuch mit rund 5500 Teilnehmern stellte man fest, dass bei Menschen mit einer leichten bis mittelschweren Depression Johanniskraut nicht nur eine bessere Wirkung erzielt als ein Placebo, sondern auch mindestens ebenso gut wie herkömmliche Antidepressiva wirkte.

Die Verträglichkeit ist dabei aber viel höher. Da bei einer Depression eine hohe Dosierung des Krauts notwendig ist, um die volle Wirkkraft zu entfalten, empfehlen sich standardisierte Trockenextrakte in Form von Tabletten, Dragées oder Kapseln.