Wie hilft die Spitex betroffenen Kindern in ihrem Elternhaus?

Nachdem wir den entsprechenden Auftrag vom Spital erhalten haben, werden erst mal gewisse Fixpunkte abgeklärt. Zum Beispiel die Frage, ob das Kind Medikamente immer zu einem bestimmten Zeitpunkt erhalten muss. Wenn wir dann vor Ort sind, ist es neben den einzelnen Anwendungs- und Behandlungsaspekten auch unsere Aufgabe, die Eltern entsprechend anzuleiten, denn trotz unserer Arbeit bleibt für die Eltern natürlich immer noch ein Grossteil der Pflege übrig. Unterscheiden muss man auch zwischen Patienten, bei denen die Heilung als Behandlungsziel im Vordergrund steht und unheilbaren Patienten, deren Beschwerden wir lindern helfen.

Was ist wichtig beim Kontakt mit den Familien?

Einerseits ist man für die Eltern ein sehr wertvoller Ansprechpartner, der ja auch tief in die Privatsphäre der Familie eindringt. Andererseits würde zu viel Nähe unsere Professionalität beeinträchtigen. Wir dürfen keine Privatbeziehung eingehen, kein Familienmitglied werden. Daher ist es in einigen Fällen durchaus ratsam, wenn Kinder von wechselnden Pflegefachfrauen betreut werden.

Welche Dienste und Kompetenzen können die Eltern und Patienten denn erwarten?

Bei uns arbeiten nur Pflegefachfrauen mit einer fundierten Ausbildung und mindestens zwei Jahren Berufserfahrung im pädiatrischen Bereich. Wir übernehmen die Pflege zu Hause und bieten professionelle Hilfe und Betreuung. Eltern können ihre Kinder auch direkt bei uns anmelden, der zuständige Arzt muss aber die pflegerischen Massnahmen schriftlich bestätigen und verordnen.

Falls keine pflegerischen Massnahmen notwendig sind, wird mit der Familie eine andere Lösung gesucht. Bei der Pflege selbst muss man zwischen der Grundpflege, also Hilfe beim Waschen oder dem Toilettengang, und der Behandlungspflege unterscheiden. Bei der Behandlungspflege stehen Aspekte wie Infusionen, Katheter legen oder auch die parenterale Ernährung im Vordergrund.

Worin liegen die entscheidenden Vorteile der Kinderspitex im Vergleich zu einer rein stationären Behandlung?

Stationäre Aufenthalte bringen Stress. Nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Eltern, die bei ihren Kindern bleiben wollen und teilweise 24 Stunden im Spital verbringen. Bei einer Betreuung zu Hause kann zumindest etwas Normalität aufrechterhalten werden. Das Kind ist in seiner vertrauten Umgebung, kann auch seine sozialen Kontakte pflegen. Dadurch entstehen weniger psychosomatische Probleme.

Die Kombination aus professioneller Pflege, heimischer Umgebung und familiärer Wärme hilft, die Genesung zu beschleunigen. Um diese Betreuung für alle Beteiligten zu gewährleisten, investieren wir Kinderspitex-Frauen sehr viel Herzblut. Die grosse Dankbarkeit der Eltern bestätigt uns immer wieder, dass dieser Weg der richtige ist.