Der Young Swiss Cardiac Surgeons Club (YSCSC)...

...biete Assistenzärztinnen und -ärzten in der Weiterbildung für den Facharzt für Herz- und thorakale Gefässchirurgie eine Plattform, um die Ausbildung und damit die individuelle Zukunft aktiv mitzugestalten, erläutert Alicja Zientara. «Mit dem festen Sitz innerhalb unserer Fachgesellschaft können wir die Ausbildungskriterien beeinflussen und den Chefärzten direktes Feedback geben.

Wir stehen in engem Kontakt mit allen herzchirurgischen Assistenzärzten in der Schweiz. Probleme und Verbesserungsvorschläge können somit direkt eingebracht werden.»

Gutes Networking

Ein weiteres Ziel sei das Networking zwischen einzelnen Kliniken und im erweiterten Sinne auch der Informationsaustausch, hält Barbara Rosser fest.

Die Herausforderung bestehe aktuell darin, eine umfassende Weiterbildung für die Herzchirurgie in der Schweiz sicherzustellen, was durch die erhöhte Spezialisierung der Teilgebiete wie Herzklappenchirurgie und Bypasschirurgie an einem Zentrum oft schwierig ist. «Das heisst für uns, dass wir darauf angewiesen sind, während der Ausbildung früher oder später das Spital zu wechseln. Gutes Networking und die Einstellung, über den eigenen Tellerrand zu schauen, fördern und vereinfachen diesen Prozess.»

Angepasstes Weiterbildungs-Curriculum

Besonders brisant sei zurzeit die zunehmende Überschneidung der Herzchirurgie mit der Nachbardisziplin, der Kardiologie, durch neue, minimalinvasive Verfahren, welche für einige Erkrankungen standardmässig etabliert wurden, führt Alicja Zientara aus.

«So haben wir aktuell ein angepasstes Weiterbildungs-Curriculum auf den Weg gebracht, welches international auch eine Rotation in unsere Nachbardisziplin, die Kardiologie, mit einschliesst.»

Die Fähigkeit, Herzerkrankungen zu diagnostizieren und zu interpretieren, bilde eine wichtige Voraussetzung für die Herzchirurgie. Vor dem «Wie operiere ich» sollte diese Frage im Zentrum stehen: «Weshalb und wann operiere ich?» Diese Grundlagen würden durch eine Weiterbildungszeit in der Kardiologie zusätzlich vertieft.

Kritische Fragen beantworten

Unumgänglich werde in Zukunft eine geregelte Rotation in andere Kliniken sein, betont Barbara Rosser. Ein sogenannter Weiterbildungsverbund zwischen einzelnen Zentren sei diskutiert worden und könnte eine Lösung zur Sicherung der Fortbildung sein.

«Als Knotenpunkt für die Kommunikation zwischen den Chefärzten und den Assistenten können wir bilaterale Erwartungen und Feedback vermitteln und so zu erfolgreichen Rotationen beitragen.»

Leider sei das Fach Herzchirurgie durch einen hohen persönlichen Aufwand und eine wenig strukturierte Weiterbildung wenig beliebt bei den Studenten, bedauert Alicja Zientara.

«Deswegen ist es notwendig, als YSCSC in Zukunft häufiger an Universitäten und an Informationsveranstaltungen aufzutreten. Durch das Beantworten kritischer Fragen können wir auf unsere Fachrichtung aufmerksam machen und das Interesse dafür wecken.»

Dr. med. Alicja Zientara und Dr. med. Barbara Rosser präsidieren gemeinsam den Young Swiss Cardiac Surgeons Club.
 

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