Man hört immer wieder, dass Asthmaerkrankungen in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Stimmt das tatsächlich?

Nein, das stimmt nicht ganz. Die Gesamtzahl der Asthmaerkrankungen ist in den letzten Jahren stabil geblieben. Was zugenommen hat, ist das Interesse für Allergien und Asthmaerkrankungen, was eine erfreuliche Entwicklung ist. Je besser jemand darüber informiert ist, umso eher wird die wichtige Rolle von Prophylaxe und Therapie verstanden.

Welche Symptome können auf Asthma hinweisen?

Asthma zeigt sich mit verschiedenen Symptomen. Es ist nicht so, dass jeder Asthmatiker an Atemnot leidet. Prinzipiell muss man bei chronischem Husten schon im Kleinkindesalter an Asthma denken. Ein Symptom kann auch zeitweise auftretende Atemnot beziehungsweise ein Engegefühl in der Brust sein.

In welchem Alter tritt Asthma bevorzugt auf?

Vom Kleinkind bis zum Senior können alle Altersgruppen betroffen sein. Je früher man die Erkrankung feststellt und behandelt, umso eher kommt es zu einem gutartigen Verlauf.
 

Bei Kindern mit Asthma ist häufig auch ein Elternteil von der Krankheit betroffen. Wird Asthma vererbt?

Ja, Asthma ist eine erbliche Erkrankung. Es ist aber so, dass nicht immer Kinder von Betroffenen an Asthma erkranken. Das Vererbungsmuster ist im Detail noch nicht bekannt, sodass erstaunlicherweise ganze Generationen übersprungen werden und plötzlich die Erkrankung wieder auftreten kann.
 

Je später die Erkrankung auftritt und je weniger schnell die Diagnose gestellt wird, umso mehr sehen wir mühsame Verläufe.
 

Man unterscheidet zwischen dem allergischen und dem nicht-allergischen Asthma. Können Sie uns das genau erklären?

Das sogenannte allergische Asthma bezeichnet eine Asthma-Form, bei der man klare Allergien nachweisen kann. Der Nachweis gelingt in einem Haut- oder Bluttest. Die häufigsten Allergien, die zu Asthma führen können, sind:

  • Hausstaubmilben
  • Pollen
  • Tierhaare
  • Pilzsporen
  • Seltene andere Ursachen

Von einem nicht-allergischen Asthma spricht man, wenn man keinen Allergienachweis erheben kann. Die Erkrankung ähnelt aber in weiten Teilen dem allergischen Asthma. Bei dieser Form sind eher nicht-allergische Auslöser, sogenannte «Trigger», festzustellen:

Asthma bei körperlicher Leistung, Asthma bei tiefen Temperaturen, Asthma, welches durch Virusinfekte oder Luftschadstoffe wie hohe Ozonwerte oder Smog ausgelöst wird.

Welche Therapieoptionen kommen zum Einsatz?

Das Wichtigste ist, dass man Asthma erkennt und genau abklärt. Wenn immer möglich wird eine sogenannte Expositionsprophylaxe durchgeführt, das heisst bei einer Hausstaubmilbenallergie sogenannte Milbensanierungs-Massnahmen, bei Tierhaarallergie Verzicht auf behaarte Tiere.

In zweiter Linie erfolgt dann die genaue Aufklärung und Schulung des Patienten mit Instruktion der gewählten Therapie. Dieses Therapieschema gehört in die Hände eines erfahrenen Arztes. Je nach Schweregrad des Asthmas kommen hochwirksame Medikamente, wenn immer möglich in Form von Inhalationen, zum Einsatz.

Tipps

Wichtig ist, dass man selber an die Möglichkeit eines Asthmas denkt, wenn chronischer Husten oder immer wieder auftretende Atemnot oder Brust­enge auftritt. Dann sollte ein Arzt, entweder der Hausarzt oder der Lungenspezialist, aufgesucht werden. Dieser kann die Diagnose einwandfrei stellen und die notwendigen oben aufgeführten Mass­nahmen einleiten.