Die Diagnose Diabetes stellt eine einschneidende Veränderung dar. Die Gewohnheiten müssen umfassend angepasst werden – und manchmal verändern sich auch die Beziehungen zum Umfeld. Viele an Diabetes erkrankte Menschen haben das Gefühl, dass die Krankheit sie daran hindert, wie die «anderen» zu sein und ein «normales» Leben zu führen.

Den Umgang mit Diabetes lernen

Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Diabetes-Typen. Der häufig im Kindesalter diagnostizierte Typ I zeichnet sich durch fehlende Insulinsekretion aus. Dafür gibt es nur eine Behandlungsmöglichkeit: Die Zufuhr von Insulin. Diabetes Typ II ist auf die fehlende Wirksamkeit des produzierten Insulins zurückzuführen. Er wird anfänglich meistens durch die orale Medikamentenverabreichung behandelt. Es gibt jedoch nicht nur ein Mittel gegen Diabetes, sondern auch eine Reihe von Behandlungsmassnahmen, die je nach Fortschreiten der Krankheit und Alter des Patienten angepasst werden.

Gesunde Ernährung

Grundlage jeder Behandlung ist jedoch eine ausgewogene, angepasste und gesunde Ernährung sowie regelmässige Bewegung. Leider bewegen sich viele Diabetiker nicht ausreichend oder befolgen ihre Diätvorschriften nicht konsequent genug. Da ist es verständlich, dass Patienten ohne geeignete Betreuung mit dem Umgang mit ihrer Krankheit rasch überfordert sind.

Mit statt trotz Diabetes gut leben

Heute werden viele Initiativen lanciert, besonders im Bereich Bewegung. Diese sollen den Diabetes-Patienten aufzeigen, dass sie weiterhin fit und aktiv bleiben können – und vor allem auch, dass sie die Einschränkungen, die ihre Krankheit ihnen auferlegt, überwinden können. Der 58-jährige Gary, Diabetiker Typ II, erhielt die Diagnose vor acht Jahren. Er gibt sich optimistisch, wenn er von seinem «neuen Leben» erzählt: «Man muss das Insulin ständig mitführen, gut auf die Ernährung achten und vor allem auch den Blutzucker regelmässig im Auge behalten. Es sind einfach neue Gewohnheiten, die man sich aneignen muss. Heute sind für mich das tägliche Insulinspritzen und Blutzuckermessen genauso selbstverständlich geworden wie Zähneputzen!»

Krankheitsmanagement in den Alltag integrieren

Es braucht nicht gerade Spitzensport zu sein: Spazierengehen oder Joggen reicht bereits aus, um Diabetes besser in den Griff zu bekommen. Im Juni letzten Jahres hat Gary eine viertägige Reise mit dem Fahrrad im Beaujolais-Gebiet gemacht. «Es nahmen 16 Diabetiker teil, die von zwei Ärzten betreut wurden. Wir beschäftigten uns hauptsächlich mit der richtigen Dosierung des Insulins je nach den sportlichen Herausforderungen, die auf uns zukamen, um sowohl Hypo- als auch Hyperglykämie zu vermeiden. Dank der ärztlichen Ratschläge ist es mir gelungen, besser mit meiner Situation umzugehen. Heute gehört der Sport zu meinem Leben dazu.» Dank der Schulung durch Therapeuten, ernährungsspezifischer Beratung oder solcher Bewegungsangebote können Diabetiker heute wie alle anderen an einem vielfältigen, aktiven Alltagsleben teilnehmen.