Bei der Mehrzahl der Patienten überwiegen allerdings die depressiven Phasen», erklärt Prof. Dr. med. Martin Hatzinger, Psychiatrische Dienste Solothurn. Nicht selten hat die Manie schwerwiegende soziale und materielle Folgen. «Während der manischen Phasen trauen sich die Erkrankten alles zu, handeln unüberlegt und leiden an massiver Selbstüberschätzung. Umso wichtiger, dass man diese Form möglichst früh erkennt bevor grösseres Unheil angerichtet wird», so Hatzinger. Eine bipolare Depression beginnt denn oftmals bereits im jungen Erwachsenenalter und zeigt häufig zuerst die Symptome einer klassischen Depression. In der späteren manischen Phase sind erste Frühwarnzeichen ein vermindertes Schlafbedürfnis und gesteigerte Aktivität.

Gute Behandlungsmöglichkeiten

«Die Behandlungsmöglichkeiten bei der bipolaren Depression sind gut, müssen jedoch in den meisten Fällen über Jahre fortgeführt werden.» Bei der bipolaren Depression werden neben Antidepressiva in der depressiven Phase gut verträgliche Neuroleptika und Antiepileptika in der manischen Episode eingesetzt. «Auch Lithium ist ein sehr bewährtes und erfolgversprechendes Medikament.» Bei beiden Depressionsformen sind eine individuelle Psychotherapie und Begleitung sowie eine gute professionelle Beratung über eine allfällig notwendige Medikation das A und O.