Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in der Schweiz wie auch weltweit und betreffen mindestens zehn Prozent der Bevölkerung. Kurzfristige Schlafprobleme für einige wenige Tage treten bei nahezu allen Menschen in belastenden Situationen auf und sind harmlos.
 

Erst wenn sie über circa vier Wochen unverändert andauern, wird eine ausführlichere Klärung der Ursachen empfohlen.
 

Während jüngere Menschen relativ selten wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung sind, nehmen mit dem höheren Lebensalter die Schlafprobleme und ihre Therapiebedürftigkeit zu. Dabei sind Frauen deutlich stärker betroffen als Männer.

Beschwerden

Das Beschwerdebild besteht meist im Gefühl, schlecht ein- oder durchzuschlafen oder aber in dem Gefühl, tagsüber vermehrt müde zu sein, wobei beide Symptomkomplexe gleichzeitig auftreten können. Wenn ein verkürzter und nicht erholsamer Schlaf vorliegt, spricht man von Insomnie, während ein verlängerter, ebenfalls nicht erholsamer Schlaf als Hypersomnie bezeichnet wird.

Dabei ist das Schlafbedürfnis individuell sehr unterschiedlich, die meisten erwachsenen Menschen schlafen sieben bis acht Stunden pro Nacht. Es gibt aber Personen, die durchaus ihr ganzes Erwachsenenleben mit fünf bis sechs Stunden Schlaf pro Nacht auskommen, während andere neun bis zehn Stunden brauchen. Länger anhaltende Schlafstörungen können sich erheblich auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken.

Abgesehen von einer erhöhten Müdigkeit am Tag, die zu einer geringeren Konzentrations- und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und im Alltag führt, leiden Menschen mit schlechtem Schlaf häufig an Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen. Diese Unausgeglichenheit hat wiederum nicht selten Probleme in der Partnerschaft beziehungsweise Familie zur Folge.

Oft beginnt so ein Teufelskreis, aus dem der Schlafgestörte nur schwer alleine ausbrechen kann. Insbesondere wenn eine erhöhte Tagesschläfrigkeit vorhanden ist, besteht zudem eine erhöhte Unfallgefahr, zum Beispiel durch Sekundenschlaf am Steuer oder auch bei der Arbeit mit gefährlichen Maschinen.

Was können die Ursachen sein?

Die Ursachen von Schlafstörungen sind vielfältig und reichen von den bereits erwähnten psychologischen Problemen in Belastungssituationen über körperliche Grunderkrankungen wie zum Beispiel das Schlaf-Apnoe-Syndrom oder das Syndrom der unruhigen Beine (Restless Legs Syndrom) bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen, allen voran die Depression.

Auch im Rahmen von Substanzen-Missbrauch (Alkohol, Amphetamine, Heroin et cetera) sowie bei Umstellungen des normalen Tag-Nacht-Rhythmus, wie sie bei Flügen über Zeitzonen hinweg (Jet Lag) oder bei Schichtarbeit auftreten können, sind Schlafprobleme eher die Regel als die Ausnahme.

Angesichts dieser breiten Palette an Ursachen hat sich die Schlafmedizin in den letzten beiden Jahrzehnten als interdisziplinäres Fach etabliert, die Diagnostik von Schlafstörungen immer mehr differenziert und diverse Abklärungsmöglichkeiten geschaffen.

Letztere reichen von einfachen Befragungen mittels standardisierten Fragebögen bis hin zu Untersuchungen in spezialisierten, schlafmedizinischen Zentren, die über alle relevanten, technischen Ausstattungen zur Untersuchung des Schlafes verfügen. Inzwischen existieren in der Schweiz mehr als 30 solcher Zentren. Für viele der genannten Ursachen stehen heute individualisierte und gezielte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die Schweizerische Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und Chronobiologie unterstützt dabei seit Jahren als schweizweit tätige Fachgesellschaft den Auf- und Ausbau einer adäquaten Versorgungslandschaft, die Prävention zum Thema Schlaf und die Förderung der Forschung im Bereiche des normalen und gestörten Schlafes.

Dazu soll auch die vorliegende Ausgabe des Mediaplanets mit all ihren Darstellungen diverser schlafmedizinischer Themen dienen. Ich wünsche Ihnen nun eine spannende und anregende Lektüre bei der Ausgabe «Mein Morgen».

Weitere Infos

www.swiss-sleep.ch