Die Tumoren in der Prostata lösen kaum Beschwerden aus. Wie kann ich trotzdem erkennen, dass bei mir möglicherweise ein Prostatakrebs im Entstehen ist?
Um die Frage zu beantworten, muss ich etwas ausholen. Die Prostatakrebsvorsorge ist in der letzten Zeit sehr kontrovers diskutiert worden. Das hat in Fachkreisen und bei den Männern zu einer grossen Verunsicherung und Verwirrung geführt. Konkret kamen aus zwei verschiedenen Studien unterschiedliche Resultate zustande, die auf den ersten Blick unverständlich waren. Wenn man sich die Qualität dieser Untersuchungen näher anschaut, so erkennt man jedoch, dass die persönliche Prostatavorsorge beim Mann ab 50 Jahren bis hin zum 70. Lebensjahr sinnvoll ist. Wichtig ist dabei, dass die Männer vor dem ersten Test ausführlich über die Risiken, Therapiemöglichkeiten und deren Nebenwirkungen informiert werden. Generell kann man heute sagen: Was für die Frau die Brustkrebsvorsorge ist, ist für den Mann die Prostatakrebsvorsorge.

Wie erkenne ich denn allfällige ernst zu nehmende Symptome?
Das ist genau das Problem, denn es gibt leider keine Symptome des frühen, heilbaren Krebses. Der Bluttest mittels PSA zeigt das individuelle Risiko an, ob ein Krebs vorliegen kann und ist damit ein sogenannter «Gatekeeper». Die typischen, mit dem Alter zunehmenden Beschwerden beim Wasserlösen sind meist auf eine gutartige Vergrösserung der Prostata zurückzuführen. Unterdessen ist PSA zum wichtigsten Marker in der Urologie geworden und gilt als empfindlichster Parameter in der Diagnostik des Prostatakarzinoms. Allerdings ist PSA ein Gewebemarker und nicht ein reiner Tumormarker, da es auch beim Mann mit einer gesunden Prostata nachweisbar ist oder bei der gutartigen Prostatavergrösserung erhöht sein kann.

Wie wird ein Prostata­karzinom heute behandelt?
Man kann die Prostata entfernen oder bestrahlen. Zudem zeigen Studienresultate aus der Schweiz, dass man rund einen Drittel der Tumoren nicht zwingend behandeln muss, da sie nur ausgesprochen langsam wachsen und nicht zum Tod führen würden.

Wie gross ist die Chance, dass ein Prostatakrebs erfolgreich geheilt werden kann?
Mit den zur Verfügung stehenden Therapien kann man heute die Lebenserwartung der Patienten deutlich verlängern. Oft kann der Krebs auch geheilt werden. Von zentraler Bedeutung ist aber, dass der therapiebedürftige Tumor frühzeitig erkannt wird. Erfahrungen haben zudem gezeigt, dass nicht jeder Tumor behandelt werden muss. Sogenannte Risiko-Kalkulatoren, die wir in den letzten zwei bis drei Jahren entwickelt haben, helfen uns bei dieser Aufgabe.

Wie kann ich Prostatakrebs vorbeugen?
Heute weiss man, dass unter anderem eine asiatische oder mediterrane Ernährung eine Schutzwirkung haben kann. Soja mit natürlichen Östrogenanteilen oder Olivenöl beziehungsweise Rapsöl für die kalte Küche sind sinnvoll. Diese Öle sind durch den hohen Anteil von einfach ungesättigten Fettsäuren sehr wertvolle und stabile Nahrungsbestandteile.