Rheuma ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen an Gelenken und Knochen sowie den dazugehörenden Weichteilen wie Muskeln, Nerven, Sehnen und Bändern. «Es gibt über 200 rheumatische Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen. Dem Schmerz können Abnützungen, Entzündungen, Infektionen oder Stoffwechselstörungen an den Strukturen zugrundeliegen.

Rund 1,5 Millionen Menschen in der Schweiz leiden unter rheumatischen Beschwerden.

Aber auch Muskelverspannungen, Fehlhaltungen oder Druck auf die Nerven können im Kontext der genannten Strukturen Schmerzen auslösen», weiss Martina Roffler, diplomierte Physiotherapeutin FH, Rheumaliga Schweiz.

Rund 1,5 Millionen Menschen in der Schweiz leiden unter rheumatischen Beschwerden. Typische Krankheitsbilder sind Rückenschmerzen, Arthrose, Arthritis, Weichteilerkrankungen und Osteoporose. Nicht nur ältere Leute können an Rheuma erkranken. Auch jüngere Menschen kann es in Form einer juvenilen Arthritis oder in Folge von körperlichen Fehlbelastungen oder Entzündungen treffen.

Wer rastet, der rostet

Beinahe alle rheumatischen Erkrankungen verursachen akute oder chronische Schmerzen. Rheuma ist zwar nicht heilbar, aber therapierbar. Um Rheuma vorzubeugen oder um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen, können Betroffene selber viel tun. Zu den präventiven Massnahmen gehören eine korrekte Körperhaltung, ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung.

Roffler führt aus: «Durch regelmässige Bewegung verbessert sich die Stoffwechselsituation in den Gelenken. Zudem baut sich die Muskulatur auf und bildet einen besseren Schutzmantel für die Gelenke.» Wer sich ausreichend bewegt, baut eine bessere Grundkondition auf und ist allgemein belastbarer, sowohl physisch als auch psychisch.

Bewegungen erlernen

Korrekte Bewegungen sowie eine richtige Körperhaltung sind im Alltag grundsätzlich wichtig. «Wer aufgrund einer geschädigten Struktur akute Schmerzen verspürt, muss lernen, seine Bewegungen schmerzfrei auszuführen und sein Verhalten der Situation anzupassen», so die Expertin.

Gelenke, die wegen eines entzündlichen Schubs schmerzen, heiss werden oder anschwellen, brauchen Ruhe und Schonung. Wie man sich schonend bewegt und den Körper richtig entlastet und belastet, lernen die Patienten in der Physiotherapie, wo sie entsprechend instruiert werden.

Die Physiotherapie erfolgt in der Regel in Zusammenarbeit mit der medizinischen Therapie und Ergotherapie sowie mit medizinischen Trainingszentren. «Während die unteren Extremitäten und der Rücken eher in den Bereich der Physiotherapie fallen, werden in der Ergotherapie verlorengegangene Körperfunktionen, zum Beispiel an den Händen, wieder eingeübt», erklärt Roffler.

Daneben stehen diverse weitere Behandlungsmethoden und Konzepte zur Verfügung, um die Beweglichkeit von Rheumapatienten zu fördern und um ihre Schmerzen zu lindern. Zur Schmerzlinderung beitragen können gemäss Roffler beispielsweise Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training.

Bei komplexen chronischen Krankheitsbildern, die über lange Zeit fortbestehen, braucht es zuweilen auch psychologische Unterstützung bei der Schmerzverarbeitung.