Diabetes mellitus gilt als Volkskrankheit, denn man geht davon aus, dass jeder Vierte irgendwann davon betroffen sein wird. Aber gerade weil Diabetes so häufig vorkommt, ist die Krankheit auch gut erforscht, und es gibt wirksame Therapiemöglichkeiten.

Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Das Immunsystem zerstört Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese ist dann nicht mehr in der Lage, Insulin herzustellen, welches für die Regulierung des Blutzuckers notwendig ist. Deshalb müssen Diabetiker ihr ganzes Leben lang Insulin spritzen. Bis jetzt ist Diabetes Typ-1 nicht heilbar. Betroffen sind häufig Kinder und Jugendliche. In der Schweiz leben etwa 3000 Kinder mit dieser Krankheit, pro Jahr gibt es rund 200 Neuerkrankungen. Allerdings kann jedermann in jedem Lebensalter daran erkranken. Was den Typ-1-Diabetes auslöst, ist unklar. Fachleute vermuten, dass neben genetischen Veränderungen auch Umwelteinflüsse wie die Ernährung oder allenfalls Infektionskrankheiten im Kindesalter eine Rolle spielen. Gemäss neueren Untersuchungen wird auch gemutmasst, dass die Sonneneinstrahlung beziehungsweise. das dadurch entstehende Vitamin D einen Einfluss hat. Fehlt es, kommt es zu mehr Erkrankungen. Dies lässt sich zumindest statistisch belegen: Finnland verzeichnet weltweit die höchste Erkrankungsrate, und ganz allgemein erkranken mehr Kinder im Winter an Typ-1-Diabetes als während der warmen Jahreszeit.

Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine sogenannte Autoimmun­krankheit.

Regelmässiges Messen unverzichtbar
Die typischen Symptome sind grosser Durst, Gewichtsverlust, Müdigkeit, häufiges Wasserlassen und Schwächegefühl – wobei sich bei manchen Patienten auch überhaupt keine Symptome bemerkbar machen. Die Therapie besteht darin, dass das fehlende Insulin ersetzt wird. Die Dosis basiert auf dem aktuellen Blutzucker, der Menge Kohlenhydrate, die man konsumiert hat, und der körperlichen Aktivität. Zu einer erfolgreichen Diabetes-Therapie gehört also das regelmässige Messen des Blutzuckers durch den Diabetiker selbst. Da der Blutzuckerspiegel im Verlauf des Tages ständig schwankt, ist es wichtig zu wissen, wann ein erhöhter und wann ein womöglich zu tiefer Blutzucker vorliegt. Wie oft man misst, ist individuell verschieden und hängt unter anderem auch vom Alter ab. Wichtig ist für Diabetikerinnen und Diabetiker in jedem Fall, dass Entgleisungen des Blutzuckers nach oben (Hyperglykämie) oder nach unten (Hypoglykämie) vermieden werden.
 

Fact
Diabetes
 
Typ1 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die sich in erhöhten Blutzuckerwerten äussert und die meist schon im Kindes- oder Jugendalter auftritt. Die Ursache liegt in einer fehlenden Ausschüttung des körpereigenen Hormons Insulin, das den Transport von Blutzucker in die Zellen auslöst. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen angreift.