Wann und weshalb leiden Kinder an Schlafstörungen?
Schlafstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb muss man grundsätzlich verschiedene Schlafstörungen unterscheiden, wenn man ihnen auf den Grund gehen will. Vor allem Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten sind über das ganze Kindesalter ein Thema. Dann müssen Eltern in erster Linie versuchen, ein Ritual beim Zubettgehen zu finden oder den Schlafbedarf des Kindes richtig einzuschätzen. Dass dabei insbesondere auch die Regeln der Schlafhygiene beachtet werden, ist ein wichtiger Bestandteil.

Was gehört denn alles zur Schlafhygiene?
Als Schlafhygiene bezeichnet man generell die Gewohnheiten und Umstände, die einen gesunden Schlaf fördern. Die Schlafhygiene zählt damit zu den Grundvoraussetzungen jeder nichtmedikamentösen Therapie bei Schlafstörungen aller Art, um alle Faktoren berücksichtigen zu können, die den Schlaf beeinträchtigen. Gerade bei leichteren Formen von Schlafstörungen oder bei Störungen, die noch nicht sehr lange andauern, kann durch eine konsequente Befolgung der Schlafhygiene schon eine wesentliche Verbesserung erzielt werden. Bei der Schlafhygiene gibt es ein paar wichtige Grundregeln, die eingehalten werden sollten. Dazu gehören etwa regelmässige Schlaf-, aber zum Beispiel auch regelmässige Essenszeiten, damit sich die verschiedenen biologischen Rhythmen des Körpers aufeinander abstimmen können. Ganz wichtig ist auch, dass man nach Möglichkeit an einer regelmässigen Aufstehzeit festhält. Zudem empfiehlt es sich bereits bei Kindern, dass sie nur so viel Zeit im Bett verbringen, wie sie auch schlafen können. Weiter sollten Eltern darauf achten, dass sich ihre Kinder den Tag über beschäftigen. Nur ein aktiv gestaltetes Wachleben kann zu einem erholsamen Schlaf führen. Bei Adoleszenten können sich zudem die Bettzeiten verschieben, das heisst, die innere Uhr verschiebt sich auf eine spätere Stunde. Das kann insbesondere zu Einschlafschwierigkeiten führen.

Welche organischen Faktoren spielen bei Schlafstörungen eine Rolle?
Es können in der Tat auch organische Störungen auftreten, zum Beispiel Atemstörungen während des Schlafes. Dann spricht man von so genannten Apnoen. Diese sollten mittels einer Polysomnographie abgeklärt werden. Dabei werden neben den Hirnströmen auch die Atmung und die Herz- und Muskelspannung aufgezeichnet. Alle notwendigen Messfühler, das heisst Elektroden, werden schmerzfrei aus­sen am Körper angebracht. Die Aufzeichnung und Speicherung der gemessenen Daten erfolgt mit einem speziellen Programm auf einem Computer. Alle Aufzeichnungen werden in der Nacht von einer Schlaflaborantin oder einem Schlaflaboranten überwacht. Zusätzlich ermöglicht eine im Raum installierte Infrarotkamera auch in der Dunkelheit die Überwachung und Dokumentation von Wachphasen, Bewegungen und Lageveränderungen.

Welche Symptome treten denn bei Schlafstörungen in erster Linie auf?
Grundsätzlich kann man sagen, dass dann ein eigentliches Problem vorliegt, wenn das Kind plötzlich und anhaltend Tagesschläfrigkeit zeigt. Dies kann zu Unkonzentriertheit führen und damit auch die schulische Leistung gefährden.

Wie steht es um das Schlafbedürfnis von Kindern generell?
Das Schlafbedürfnis bei Kindern variiert sehr stark und nimmt mit dem Alter ab. So braucht ein einjähriges Kind im Mittel etwa 14 Stunden, ein 16-jähriger Jugendlicher noch etwa 8 Stunden Schlaf. Die starke Variation des Schlafbedürfnisses zeigt sich auch anhand erfasster Daten: Die Bandbreite des Schlafbedürfnisses liegt bei einem Einjährigen bei etwa 10 bis 17 Stunden, bei einem 16-Jährigen zwischen 6 und 10 Stunden. Diese Zahlen zeigen, dass das Schlabedürfnis für ein Individuum schwer vorhersagbar ist und nur anhand von Mittelwerten definiert werden kann. Individuelle Unterschiede sollten deshalb immer mitberücksichtigt werden.