Unter dem medizinischen Oberbegriff Vaskulitiden fasst man diverse Krankheitsbilder zusammen, die unterschiedliche Ursachen und Verläufe haben. Man unterscheidet dabei primäre und sekundäre Vaskulitiden.

Eine primäre Vaskulitis ist eine eigenständig auftretende Gefässerkrankung. Sekundäre Vaskulitiden entstehen im Rahmen bestimmter Grunderkrankungen oder als Nebenwirkungen von Medikamenten und bestimmten Stoffen.

«Gefässentzündungen können kleine, mittelgrosse und grosse Blutgefässe betreffen. Zuerst schwellen die entzündeten Gefässe an, sodass die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen immer schwieriger wird», erläutert der Facharzt Thomas Hauser.

Unterschiedliche Symptome

Die einzelnen Vaskulitiden unterscheiden sich in Bezug auf die bei den Patienten auftretenden speziellen Symptome. Allgemeine Anzeichen aller Gefässentzündungen sind jedoch unter anderem Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Leistungsabfall, Fieber, Gelenkschmerzen und nächtliches Schwitzen.

Je nach Form und Schweregrad kommen zusätzlich noch spezifische Symptome hinzu. Das können offene Hautstellen, ein Gefässverschluss oder Lähmungen sein.

Rückfälle rechtzeitig erkennen

«Heute sprechen Patienten mit dieser Erkrankung gut auf eine Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten an. Diese hemmen die überschiessende Immunreaktion und damit das Fortschreiten der Erkrankung», erklärt Thomas Hauser. Ausserdem kommen in der Vaskulitis-Therapie noch spezielle Medikamente zum Einsatz.

Der Arzt verordnet sie in den ersten sechs Monaten in höherer Dosis und danach geringer dosiert. Bei schweren Verläufen setzt man meist entzündungshemmende Kortison-Präparate ein.

«Auch wenn die Gefässentzündung bei rund der Hälfte aller Patienten nicht heilbar ist, können die von ihr Betroffenen ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Manchmal kommt es allerdings zu Rückfällen. Diese sollten rechtzeitig erkannt und behandelt werden», betont Thomas Hauser.

 

  • Patientenbericht

«Aktuell ist meine Krankheit in Remission»

Bei R. S. (54) wurde eine Granulomatose mit Polyangiitis, eine autoimmunologisch bedingte Gefässentzündung, diagnostiziert.

Wie und wann hat sich Ihre Krankheit bemerkbar gemacht?

Im Herbst 2006 spürte ich auf einer Wanderung im Tessin erstmals eine Kurzatmigkeit. Hinzukam später ein Schnupfen, der nicht bessern wollte. Anfang 2007 ging es mir zusehends schlechter.

Zum Nachtschweiss, Husten und weiteren grippeähnlichen Symptomen kam Anfang März hohes Fieber und allgemeine Schwäche hinzu. Mein Hausarzt schickte mich mit Verdacht auf Tuberkulose direkt in den Notfall ins Spital.

Nach den üblichen Untersuchungen äusserte eine junge Assistenzärztin bereits den Verdacht auf Granulomatose. Eine Biopsie und diverse Blutuntersuchungen bestätigten diese Diagnose und es konnte bereits am Tag darauf mit einer intensiven Behandlung begonnen werden.

Unter welchen Symptomen haben Sie gelitten beziehungsweise leiden Sie heute noch?

Heute unter Kurzatmigkeit und Polyneuropathie in beiden Füssen.

Wie sieht Ihre Therapie aus?

Man versucht, die Rezidive mit unterschiedlichen Zytostatika und bei starken Rezidiven zusätzlich mit Kortison in den Griff zu bekommen. Aktuell ist meine Krankheit in Remission und ich hoffe, dass dies noch lange anhalten wird.