Facts

1. Burstkrebs ist unter Frauen in westlichen Staaten die häufigste Krebsform und für die meisten Todesfälle durch Krebs verantwortlich.
2. Jeder hundertste Brustkrebspatient ist ein Mann.
3. Grundsätzlich ist jeder gewonnene Tag wichtig. Wer einen verdächtigen Knoten feststellt, sollte ihn sofort untersuchen lassen.
4. 80 bis 90 Prozentder Frauen mit Brustkrebs haben den Knoten selber ertastet. Dieser Zeitpunkt kann für eine Behandlung aber schon sehr spät sein.
5. Durch exakte Methoden zur Selbstuntersuchung können Frauen gezielter nach Knoten suchen.

Je früher Tumore erkannt werden, desto höher sind die Heilungschancen. Deshalb werden neue Technologien für diagnostische Verfahren intensiv und breit erforscht. Einige könnten auch in der Gynäkologie für Quantensprünge sorgen. «Jede Technologie hat Vor- und Nachteile», sagt Prof. Dr. med. Pius Wyss, Facharzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe. «Die Kunst ist deshalb, für jede Patientin und jedes Krankheitsbild die richtige Methode anzuwenden.»

Neue Verfahren
Vielversprechend sind für Wyss bildgebende Verfahren: «In unserer Klinik installieren wir zurzeit eine solche PET/CT-Anlage, welche dank neuer Tracer nähere Aussagen in der Tumordiagnostik zulässt.» Auch in der Molekularbiologie gibt es viele analytische Möglichkeiten. Beispielsweise wird der genetische Fingerabdruck von Tumoren intensiv erforscht, was neues Wissen und feinere Abstimmungen in der Behandlung ermöglichen soll.

Dass Hunde Prostatakarzinome riechen können, ist bekannt und erforscht. «Tumore setzen spezifische Geruchspartikel frei, welche heute mittels Lasertechnologien analysiert werden können. Dies nennt sich Optical Nose und die Forschungen laufen», erzählt Wyss. Erwähnenswert sind für ihn aber auch Methoden mit Licht. Indem es in gewissen Spektren gebündelt wird, lassen sich verschiedene Details besser erkennen. Auch die Eigenschaft, wie Tumore Licht-Photonen aufnehmen und streuen, kann diagnostisch genutzt werden.

Genauer und angenehmer
«Es wird viel Forschung in diesem Bereich betrieben und es gibt interessante Methoden, die eines Tages tatsächlich zur Anwendung gelangen könnten. Noch sind sie aber zu wenig erforscht, um klare Aussagen über deren Potenziale machen zu können», betont Wyss. Eine Hürde auf diesem Weg ist der Zeitfaktor. Eine andere ist das Wissen, welches Verfahren wann tatsächlich angebracht ist. «Auf jeden Fall werden künftige diagnostische Methoden genauere, zuverlässigere und spezifischere Resultate liefern. Und weil nicht mehr in allen Fällen Gewebe entfernt werden muss, verlaufen sie für die Patientinnen viel angenehmer», sagt Pius Wyss.