Wie entsteht eine Endometriose und wie ist das Krankheitsbild?

Bei der Endometriose handelt es sich um Gebärmutterschleiminseln, die sich im Körper ausserhalb der Gebärmutter ansiedeln, sich nicht mehr zurückbilden und zu Verhärtungen im Gewebe, Verwachsungen und Zystenbildung führen können.

ie Schmerzen und Begleiterscheinungen sind dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt und können plötzlich wechseln; die Krankheit wird daher auch als «Kamäleonkrankheit» bezeichnet. Daher ist eine Diagnose dieser komplexen Krankheit häufig nicht auf Anhieb erkennbar und die Patientin sucht oft bis fünf Ärzte auf, bis endlich die korrekte Diagnose gestellt werden kann.

Die Beschwerden sind starke Bauchschmerzen, Schmerzen bei der Menstruation und beim Geschlechtsverkehr, Rückenschmerzen sowie mögliche Unfruchtbarkeit. Arbeitsausfälle aufgrund von unerkannter und entsprechend unbehandelter Endometriose sind nicht selten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wie bereits erwähnt, ist die Diagnosestellung nicht einfach, weil das Krankheitsbild nicht eindeutig ist und eine Vielzahl von Beschwerden hervorruft. Besteht der Verdacht auf Endometriose, erfolgt zunächst eine eingehende Befragung und eine gynäkologische Untersuchung. Im Anschluss wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Diese Untersuchung kann zwar eine Endometriose auch nicht endgültig bestätigen, es ist jedoch möglich, zystische Veränderungen zu bestimmen. Nur im Rahmen einer Bauchspiegelung kann eine Endometriose sicher diagnostiziert werden.

Dabei wird in Vollnarkose über einen sehr feinen, kleinen Schnitt am Bauchnabel ein Endoskop eingeführt – mit diesem Gerät kann gewissermassen in den Bauchraum hineingesehen werden. Verdächtige Herde können sofort entfernt und mikroskopisch untersucht werden. Erst durch die Untersuchung der Gewebeprobe kann die Diagnose eindeutig gestellt werden.

Weshalb wird die Endometriose oft falsch diagnostiziert?

Das komplexe Krankheitsbild erschwert sicherlich eine rasche und korrekte Diagnose. Allerdings werden aus meiner Erfahrung die Beschwerden von starken Schmerzen bei der Menstruation zu wenig beachtet. Dabei ist die Erkrankung doch relativ häufig: Rund zehn bis fünfzehn Prozent der Frauen leiden in ihrem Leben an einer Endometriose.

Wie verläuft eine Behandlung?

Wenn der Verdacht auf eine Endometriose besteht, werden der Patientin Medikamente verabreicht, welche die Beschwerden eindämmen, jedoch nicht die Schleimherde entfernen. Diese müssen in jedem Fall operativ entfernt werden. Eine erfolgreiche Behandlung einer Endometriose bedeutet auch, dass die Frau wieder fruchtbar sein kann.

Wie entsteht die Endometriose?

Die Endometriose ist eine grösstenteils genetisch bedingte Krankheit und die Wahrscheinlichkeit steigt bei einer Frau, an Endometriose zu erkranken, wenn ihre Vorfahren von der Krankheit betroffen waren. Wissenschaftliche Studien belegen, dass auch ungünstige Umwelteinflüsse wie Dioxin zu Endometriose führen können.

Beobachtet wurde dies beispielsweise in Belgien im Umkreis eines Kohlenkraftwerkes. Am wichtigsten ist jedoch, dass jede Frau ihre Beschwerden ernst nimmt und sich genug früh um eine korrekte Diagnose kümmert und sich entsprechend behandeln lässt.