Sind speziell die Arterien, also die Blutgefässe, die vom rechten Herzen wegführen, betroffen, spricht man von einer pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH). Entscheidend ist eine frühzeitige Diagnose!

Pulmonale Hypertonie, der sogenannte Lungenhochdruck, ist der Oberbegriff für Erkrankungen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass der Blutdruck im Lungenkreislauf chronisch erhöht ist. Eine Unterform des Lungenhochdrucks wird als pulmonal arterielle Hypertonie bezeichnet – der seltensten Form der pulmonalen Hypertonie.

Je früher die Diagnose und eine geeignete Therapie, desto besser sind die Überlebenschancen.

«Viele verschiedene Erkrankungen können dazu führen, dass der Druck in den Lungengefässen ansteigt und sich eine pulmonal arterielle Hypertonie entwickelt. Dies ist sehr gefährlich, denn der höhere Druck bedeutet eine grosse Belastung für das schwächere und dünnwandige rechte Herz.

Mit der Zeit kann das Herz die Überbelastung nicht mehr kompensieren und es beginnen sich erste Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz zu zeigen», sagt der Pneumologe Prof. Dr. Michael Tamm. Umso wichtiger ist eine frühe Diagnosestellung: «Je früher die Diagnose und eine geeignete Therapie, desto besser sind die Überlebenschancen», so Tamm

Erste Symptome zeigen sich erst spät

Eine pulmonale Hypertonie beginnt meist schleichend und erste Zeichen zeigen sich oftmals erst spät. «Die Symptome bei Lungenhochdruck sind anfangs nicht spezifisch und können sich in verminderter Leistungsfähigkeit, Atemschwierigkeiten, Müdigkeit und Kreislaufproblemen zeigen.»

Anzeichen dafür, dass die rechte Herzhälfte in Mitleidenschaft gezogen ist, können Wasseransammlungen in den Beinen, Blaufärbung der Lippen oder Reizhusten sein. Bei Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie wird eine Herzultraschall- Untersuchung (Echokardiografie) durchgeführt.

Die definitive Diagnose der Erkrankung erfolgt mit Hilfe der Herzkatheter-Technik: «Durch einen Katheter, der über ein Gefäss zum Herzen vorgeschoben wird, kann der mittlere Lungenarteriendruck gemessen werden. Ab 25 mmHg liegt eine pulmonale Hypertonie vor», erklärt der Pneumologe. Zum Vergleich: Bei einem gesunden Menschen liegt der mittlere Blutdruck im Lungengefässsystem bei etwa 15 mmHg.

Welches sind die Ursachen der pulmonalen Hypertonie?

Lungenhochdruck existiert einerseits als eigenständiges Krankheitsbild mit ungeklärten Ursachen. Häufiger ist jedoch eine pulmonale Hypertonie Folge von Herz- oder Lungenerkrankungen. Gehäuft tritt die pulmonale arterielle Hypertonie bei Rheumaerkrankungen auf. Auch bei fortgeschrittener Lungenfibrose und COPD kann sich eine pulmonale Hypertonie entwickeln.

Heute sind spezifische Medikamente erhältlich, die aktiv in das Krankheitsgeschehen eingreifen. Diese Medikamente wirken gefässerweiternd und beugen der weiteren Verengung der Lungenarterie vor. Die Folge ist eine Abnahme des Lungenhochdrucks und eine Entlastung des rechten Herzens.