Als wären die Schmerzen tagsüber nicht genug! Die Entzündung der Sehnenansätze an der Wirbelsäule und am Becken ist bei 65 Prozent der an Morbus Bechterew erkrankten Menschen auch in der Nacht die reinste Qual und raubt ihnen den Schlaf. Es kommt dazu, dass die Betroffenen tagsüber häufig an Müdigkeit leiden. über deren Ursache weiss man nur wenig.

Morbus Bechterew wurde nach Wladimir Michailowitsch Bechterew benannt. Dabei hatte der russische Neurologe die Krankheit gar nicht als erster beschrieben, sondern «nur» eine in deutscher Sprache hoch beachtete Beschreibung der Erkrankung geliefert. Morbus Bechterew tritt in der Regel vor dem vierzigsten Lebensjahr auf.

Betroffene klagen auch eine halbe Stunde nach dem morgendlichen Aufstehen über Steifigkeit, hauptsächlich in der Wirbelsäule und im Becken, aber auch im Brustbereich. Die Beschwerden halten monatelang an, verschwinden und machen sich dann schubartig wieder bemerkbar. Durch Ruhen setzt keine Besserung ein, eher durch Bewegung.

Schleichendes Auftreten

Die Krankheit tritt häufig bereits bei Teenagern auf. Bis zur Diagnose dauert es zumeist mehrere Jahre. Dies, auch weil sich die Verknöcherungen in der Wirbelsäule nur schleichend bilden und weil sich die Diagnose erst aus Puzzleteilen von Patientenbeschreibungen, Röntgenbildern und Laboruntersuchungen zusammensetzt.

benso schleichend machen sich entsprechend Schlafprobleme und Müdigkeit im Körper breit. Doch während der Bechterew nach wie vor als unheilbar gilt , können die entzündlichen Schmerzen durch Medikamente gelindert werden. Durch Bewegung wird gegen die Versteifung angekämpft. Auch der Müdigkeit und Schlafprobleme sind die Patienten nicht hilflos ausgeliefert.

Angst vor dem Einschlafen

Wie muss man sich diese Probleme vorstellen? Viele Betroffene wachen nachts wegen starker Schmerzen auf. Ein Teufelskreis kann entstehen, wenn sie deswegen Angst vor dem Einschlafen haben. Wer sich zudem tagsüber auch noch wegen der einsetzenden Müdigkeit länger als eine halbe Stunde hinlegt, kriegt abends neue Einschlafprobleme. Ein anderer Grund für die Müdigkeit: Chronische Entzündungen stellen eine starke Belastung für den Körper dar, kosten Kraft und verursachen Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Die Therapie beginnt beim Verhalten im Bett. So wird empfohlen, nach einer zwanzigminütigen Wachphase aufzustehen und sich in einem anderen Zimmer mit einer entspannenden Tätigkeit abzulenken. Fernseher oder Computer gehören nicht ins Schlafzimmer. Ein geeignetes Raumklima und ein Wecker, der nicht in unmittelbarer Nähe ist, sind ebenso ratsam. Vorübergehend dürften auch Schlafmittel helfen.

Das falsche Bett?

Letztlich kann die Ursache des Schlafproblems sogar beim falschen Schlafsystem liegen. Dieses muss individuell verstellbar sein. Nur mit dem richtigen Bett, der passenden Matratze und dem bequemen Kopfkissen können Deformationen, wie sie bei Morbus Bechterew vorkommen können, gebührend berücksichtigt werden.