Hämorrhoiden haben wir alle

Erst jucken sie, dann beginnen sie zu schmerzen, es folgen Blutungen, und schliesslich können Betroffene kaum mehr sitzen: Jedem Dritten machen die Hämorrhoiden im Laufe seines Lebens Probleme. Hämorrhoiden, oder wie der Mediziner sagt: Plexus hämorrhoidalis, haben wir alle.

Sie bilden im Mastdarm ein Schleimhautpolster, das den Schliessmuskel unterstützt und so vor Inkontinenz schützt. Probleme gibt es erst, wenn die Hämorrhoiden nach unten rutschen und die oben genannten Beschwerden verursachen.

Die Ursache dafür ist häufig zu starkes Pressen beim Stuhlgang, was unter anderem auf ballaststoffarme Ernährung zurückgeführt wird. Weil es vielen Betroffenen peinlich ist und sie deshalb gar nicht oder erst nach langem Leiden einen Arzt aufsuchen, gibt es keine detaillierten Zahlen, aber es trifft Männer ebenso wie Frauen.

Auftreten kann die Erkrankung prinzipiell in jedem Lebensalter, mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit allerdings an.

Schwangerschaft und Geburt

Frauen leiden oft während der Schwangerschaft oder nach der Geburt unter Hämorrhoiden. Dies wird auf den erhöhten Druck im Bauchraum zurückgeführt, der den Blutabfluss aus dem Schwellkörper behindert.

Auch dürften hormonelle Veränderungen mitverantwortlich sein, welche das Bindegewebe schwächen. Ausserdem klagen viele Frauen während der Schwangerschaft über Verstopfung, was sich zuweilen auf die Hämorrhoiden auswirkt. Und bei starkem Pressen während der Geburt kann es ebenfalls zu einem Hämorrhoidalleiden kommen, das sich aber oft einige Zeit nach der Geburt ganz ohne Behandlung wieder zurückbildet.

Vier Stadien

Zur Behandlung von Hämorrhoidalleiden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche Behandlungsoption gewählt wird, ist vor allem vom Grad der Erkrankung abhängig. Die Ärzte unterscheiden vier Stadien: Im ersten Grad sind die Hämorrhoiden nur leicht vergrössert. Im zweiten Grad fallen die Hämorrhoiden auf Druck durch den After vor, ziehen sich bei Entspannung aber wieder von alleine zurück.

Mögliche Behandlungen für Hämorrhoiden in diesen Anfangsstadien sind Salben und Zäpfchen. Allenfalls kann man sie auch veröden, mit einem Gummiring abbinden oder mit Nadel und Faden unterbinden. Im dritten Grad können die Hämorrhoiden nur noch mit dem Finger durch den After zurückgestossen werden. Im vierten Grad sind die Hämorrhoiden stark vergrössert und lassen sich nicht mehr zurückschieben.

Dann hilft nur noch ein operativer Eingriff, bei der beispielsweise die Hämorrhoiden abgeschnitten werden. Übrigens: Probleme mit Hämorrhoiden sind keine Erscheinung der Neuzeit. So hatten ägyptische Pharaonen in ihrem Ärztestab auch einen ”Wächter des Anus”, zu dessen Aufgaben die Behandlung von Hämorrhoidalleiden gehörte.

 

Tipps

Vorbeugen kann helfen
Verstopfung vermeiden durch reichlich Flüssigkeit und ballaststoffreiche Ernährung. Weissbrot, Schokolade, schwarzer Tee und Teigwaren einschränken, weil diese Nahrungsmittel bei vielen Menschen zu Verstopfung führen. Auf übermässiges Pressen beim Stuhlgang verzichten. Bei sitzenden Berufen auf genügend Bewegung achten, weil diese die Darmtätigkeit anregt. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Beschwerden haben. Hemmungen verzögern eine Therapie und machen das Leiden dadurch noch schlimmer.