Hämorrhoiden sind ein lästiges und weit verbreitetes Leiden. Obschon Schätzungen zufolge über 50 Prozent aller Menschen jenseits des 50. Lebensjahrs ein Hämorrhoidalleiden haben, redet kaum jemand darüber. «Oftmals wird nicht einmal mit dem Partner oder dem Hausarzt darüber gesprochen. Dabei gibt es keinen Grund, weshalb einem Hämorrhoiden peinlich sein sollten. Und sie sind meist einfach zu behandeln», sagt Dr. med. Mischa C. Feigel, Facharzt für Viszeralchirurgie.

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden
«Hämorrhoiden an sich sind noch keine Erkrankung und jeder Mensch hat sie von Natur aus», erklärt Mischa C. Feigel. Hämorrhoiden sind schwammartige Venengeflechte, die sich zwischen der Schleimhaut und dem inneren Schliessmuskel im oberen Teil des Analkanals befinden. «Diese Venenpolster schliessen den Analkanal nach aussen ab und sind deshalb mitverantwortlich für die anale Feinkontinenz. Das heisst, sie helfen der Schliessmuskulatur, den Darmausgang auch bei Belastungen wie Niesen oder Lachen verschlossen zu halten.» Wenn sich diese normalen Hämorrhoiden nun vergrössern, entzünden und dann immer wieder Blutungen, Juckreiz, Schmerzen und andere Symptome im Analbereich hervorrufen, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden. Umgangssprachlich wird hierfür aber meistens der Begriff «Hämorrhoiden» gebraucht. Warum sich Hämorrhoiden vergrössern, ist nicht genau bekannt. Man nimmt jedoch an, dass eine Druckerhöhung  beziehungsweise. ein ungenügender Blutabfluss durch die abführenden Venen aus den Hämorrhoidalkissen dafür mitverantwortlich ist. Dafür spricht zumindest die Tatsache, dass viele Menschen, die unter Hämorrhoiden leiden, chronisch verstopft sind und beim Stuhlgang stark pressen müssen. «Möglicherweise ist auch eine angeborene oder erworbene Bindegewebsschwäche für die Vergrös­serung von Hämorrhoiden mitverantwortlich.»

Behandlungsmöglichkeiten
Eine genaue Untersuchung bei länger bestehenden oder immer wiederkehrenden Beschwerden ist wichtig, um andere Erkrankungen auszuschliessen und eine wirkungsvolle Therapie einleiten zu können. «Zentral ist ein ausführliches Gespräch, seit wann die Beschwerden bestehen, wann diese auftreten und unter welchen Symptomen der Patient leidet. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Diese kann zwar etwas unangenehm sein, ist in der Regel aber völlig schmerzlos.» Ist tatsächlich ein Hämorrhoidalleiden vorhanden, kommt es vor allem auf die Beschwerden, die Grösse und Ausdehnung an, wie dieses zu behandeln ist. « «Bei der konservativen Therapie, die bei kleinen und allenfalls auch noch mittelgrossen Hämorrhoiden zum Einsatz kommt, wird lokal mit Salben und/oder Zäpfchen behandelt.» Dabei handelt es sich um eine rein symptomatische Therapie. In den meisten Fällen reicht eine solche Behandlung vollumfänglich aus, um die Beschwerden zum Verschwinden zu bringen. Bei grösseren Hämorrhoiden und immer wiederkehrenden Beschwerden kommt eine interkonventionelle Therapie zum Einsatz. Hierbei werden die Hämorrhoiden zum Beispiel verödet. «Diese Behandlungen sind etwas aufwändiger, können aber ohne Narkose und ambulant durchgeführt werden.» In seltenen Fällen ist eine Operation sinnvoll.

Tipps für eine gute Analhygiene
Eine ballaststoffreiche Ernährung, regelmässige Bewegung, genügend Flüssigkeitszufuhr und eine gute Analhygiene spielen eine bedeutende Rolle, um Hämorrhoidalsymptomen entgegenzuwirken. «Das A und O ist ein weicher Stuhlgang und eine gute Analhygiene. Diese kann mit Wasser, am besten und bequemsten mit einem Dusch-WC, erreicht werden. Vermeiden sollte man auf alle Fälle starkes Pressen und das Erzwingen des Stuhlgangs. Verzichten Sie auf «lange Sitzungen» – also kein Zeitungs- und Bücherlesen auf dem WC. Regelmässiges einnehmen von Abführmitteln sollten Sie vermeiden», so Feigel abschliessend.