Der Begriff AIDS steht für die Abkürzung «Acquired Immune Deficiency Syndrome», also für eine erworbene Abwehrschwäche des Körpers. Diese Abwehrschwäche wird durch das Immunschwächevirus HIV verursacht. In der Schweiz leben heute rund 25 000 Menschen mit HIV und Aids. Seit einigen Jahren sind die Zahlen der Neudiagnosen rückläufig. 2010 waren es 609 Meldungen, 2011 564 Meldungen über neue positive Testergebnisse.

Weltweit sind es über 30 Millionen Menschen, die von HIV oder Aids betroffen sind. Zwei Drittel davon leben im südlichen Afrika. Obschon Aids in Afrika eine düstere Geschichte ist, können auch hier Fortschritte in der Behandlung und in der Prävention verzeichnet werden. Inzwischen steht die Hälfte derer, die unmittelbar eine antiretrovirale Therapie benötigen, unter Behandlung – mit wachsenden Behandlungszahlen.

Einige Länder in Afrika haben enorme Anstrengungen unternommen, um eine Destigmatisierung voranzutreiben – und diese zeigen Erfolg. So hat sich der Umgang mit HIV bei vielen Patienten aus Afrika gewandelt und es wird offener mit der Erkrankung umgegangen. Trotz Fortschritten gibt es aber noch immer zahlreiche Betroffene, die keinen Zugang zu Medikamenten haben und unter der Stigmatisierung leiden.

In den industrialisierten Ländern haben sich die Lebensaussichten von HIV-tPatienten dank moderner Medizin stark verbessert. Dabei ist es wichtig, dass die Patienten rechtzeitig, also bevor die Abwehr geschädigt ist, einen Arzt aufsuchen und die Medikamente während der Therapie über Jahrzehnte zuverlässig einnehmen. Denn zwischen dem Zeitpunkt der Erstinfektion mit dem HI-Virus, die oft mit eher unspezifischen, an einen grippalen Infekt erinnernden Krankheitszeichen einhergeht, und dem Auftreten erster Zeichen der Abwehrschwäche vergehen zumeist einige Jahre.

Erst beim Auftreten bestimmter, meist bei deutlich geschädigter Immunabwehr auftretender Komplikationen spricht man von Aids. Was die Patienten auch hierzulande nach wie vor als sehr belastend erfahren, ist das Stigma der Erkrankung. Die Diagnose stellt für die meisten Betroffenen eine grosse Belastung dar.