Die Adoleszenz bezeichnet die Lebensphase zwischen dem 14. Altersjahr und dem 25. und ist eine besonders verletzliche Lebensphase. Daher verwundert es nicht, dass sich in dieser Phase besonders viele psychische Leiden entwickeln. «In der Zeitspanne vom Kind hin zum jungen Erwachsenen stellen sich jungen Menschen sehr viele, komplexe und unterschiedliche Entwicklungsaufgaben und Herausforderungen. Die Adoleszenz ist eine der anspruchsvollsten Lebensphasen und deshalb auch anfällig für Erkrankungen», erklärt Christine Gäumann, Bereichsleiterin Adoleszente Psychiatrie.
 

Faktoren können sich gegenseitig verstärken

Bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen spielen ergänzend zu den Sozialisationsbedingungen und Beziehungserfahrungen genetische Faktoren eine Rolle. «Wenn sich dann mehrere Faktoren verschalten, verstärkt sich die Gefahr der Entwicklung eines Störungsverhaltens. Deshalb ist im jungen Erwachsenenalter die Früherkennung so zentral – denn die meisten psychischen Krankheiten haben ihren Ursprung im Jugend- und jungen Erwachsenenalter», so Gäumann.

Das Spektrum an psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen ist breit und zeigt auch geschlechterspezifische Komponenten. So kommen beispielsweise Essstörungen bei Mädchen häufiger vor als bei Jungs. Auch ein depressives Verhalten als Antwort auf Überforderungsgefühle und Angststörungen können sich entwickeln. «Die Schweiz hat eine der höchsten Suizidraten bei jungen Menschen in der Welt. Ein besorgniserregende Tatsache.»

Für junge Erwachsene sind unterstützende und Orientierung vermittelnde Erwachsene, wie etwa die Eltern oder Lehrer, sehr wichtig. «Eltern haben dabei die Aufgabe, den Jugendlichen zu begleiten, ihm Leitplanken und Orientierung zu vermitteln.»